1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Eltern ärgert Spielplatzsperre

Neuss : Eltern ärgert Spielplatzsperre

Der Spielplatz im Stadtgarten wird zum ersten Mal nach 30 Jahren grundlegend und generationenübergreifend neu gestaltet. Eigentlich eine gute Nachricht. Allerdings fragen Eltern, warum das im Sommer passieren muss.

Lummerland liegt mitten in Neuss. Denn die Tatsache, dass auf dem Kinderspielplatz im Stadtgarten die letzte Dampflokomotive aus dem Case-Werk steht und zur Kinderattraktion geworden ist, brachte die Landschaftsarchitektin Bernadette Schnatmann auf die Idee, bei der Umgestaltung des 3500 Quadratmeter großen Areals die Heimat von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer zur Grundlage aller Planungen zu machen. Nur, dass aus dem scheußlichen Drachen Frau Mahlzahn jetzt ein großes Drachen-Klettergerüst wird.

Der Umbau des Spielplatzes ist das größte Projekt des städtischen Grünflächenamtes in diesem Jahr. 133 000 Euro stehen für Neuanlage und Unterhalt von Spielplätzen im Haushaltsplan der Stadt, erklärt Grünflächenamtsleiter Stefan Diener, allein 95 000 Euro davon werden im Stadtgarten verplant und verbaut. "Das war aber auch höchste Zeit", sagt er.

Gut 30 Jahre ist es her, dass der Spielplatz grundlegend neu gestaltet wurde, erklärt Schnatmann. Nun soll mit dem Umbau auch die Gelegenheit genutzt werden, den großen Spielplatz für mehr Nutzer herzurichten. "Generationsübergreifend", sagt Diener, auch wenn vielerorts angepriesene Fitness-Geräte für die Seniorenjahrgänge keine Verwendung finden. Aber der Spielplatz werde mit Streetbasketball- und Beachvolleyball-Feld sowie demnächst auch einer Tischtennisplatte für Jugendliche deutlich aufgewertet. Und gerade der Stadtgarten habe ja auch für Ältere ohnehin eine große Erholungsfunktion und hohen Aufenthaltswert, ergänzt Schnatmann.

Auf den Umbau zur besten Spielzeit im Freien reagiert die "Kundschaft" unterschiedlich. Während sich etliche Eltern enttäuscht bis empört darüber zeigen, dass gerade im Sommer dieser größte und am meisten besuchte Spielplatz der Innenstadt zur Baustelle werden musste, reagieren zum Beispiel die Kindertagesstätten der Nachbarschaft gelassener: "Sie unternehmen richtige Exkursionen zum Baustellen-Gucken", hat Diener beobachtet. Gleichwohl: So richtig schmeckt ihm die Sommerbaustelle auch nicht. Aber, sagt er auch zur Ehrenrettung seines Amtes, das sei das Ergebnis einer langen politischen Beratungsfolge, einer schon traditionellen und immer gewollten Kinderbeteiligung und einer anschließenden, aufwendigen Ausschreibung.

Neben dem Spielplatz im Stadtgarten hat Diener in diesem Jahr noch drei weitere Projekte in Arbeit. Nördlich der Feldstraße wurde beim Ausbau eines Grünzuges auch eine Bolzwiese gebaut, nennt er ein abgeschlossenes Projekt. Zwei nennenswerte Modernisierungsprojekte aber kommen noch – an der Delrather Straße und am Corneliusweg. "Die Ausschreibung läuft", nennt Diener den Sachstand.

(NGZ)