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Neuss: Eismärchen entführt in fremde Welten

Neuss : Eismärchen entführt in fremde Welten

Das Neusser Eismärchen zieht in diesen Tagen wieder das Publikum in die Eishalle am Südpark. Die NGZ war bei der Premiere dabei.

Urwaldschönheiten, geheimnisvolle Seejungfrauen und wilde Piraten — am Wochenende entführte der Neusser Schlittschuh-Klub mehr als 2500 Zuschauer in fremde Welten. Bei der Premiere des "Fliegenden Holländers" stellten über 150 Eiskunstläufer, darunter 120 Kinder und Jugendliche, ihr Talent unter Beweis. Das Neusser Eismärchen gibt es bereits seit 38 Jahren. Inzwischen ist es die größte nicht-kommerzielle Eislaufshow in ganz Deutschland.

Alle zwei Jahre lockt sie Besucher aus der ganzen Region. In diesem Jahr sollte die Aufführung etwas ganz besonderes werden — temporeicher und beeindruckender als je zuvor. "Ein echtes Spektakel" versprach NSK-Vorsitzender Ulrich Giesen im Vorfeld.

Das Vorhaben glückte: Beeindruckende Kunststücke auf dem Eis und grandiose Effekte hielten das Publikum in Atem. Die Show war vor allem optisch sehr geglückt. Ein Dreivierteljahr war an den Kostümen genäht worden. Das Ergebnis war fantasievoll, bunt und abwechslungsreich.

Die Geschichte, eine abgeänderte Form der Sage des Fliegenden Holländers, rückte allerdings bei so viel Pomp in den Hintergrund. Und auch die Leinwand, die das Bühnenbild unterstützen sollte, fiel zu klein aus, als dass sie ihre Aufgabe sinnvoll hätte erfüllen können. Dafür waren die Lichteffekte beeindruckend: Für die Show war extra eine Lichtanlage angemietet worden. Gezielt wurde damit die Stimmung verstärkt.

Als besonderes Highlight fand auf der Eisfläche eine Piratenschlacht statt: Die Schiffe beschossen sich gegenseitig mit Kanonen, es krachte, ein Feuer entbrannte, Pyrotechnik sorgte für eindrucksvolle Effekte. Die Hauptrolle — Grietje, Tochter eines Seefahrers — übernahm Lea Schwinum.

Sie verzauberte die Zuschauer mit nahezu perfekter Eislaufkunst. Auch die Auftritte der jüngsten Darsteller, die gerade einmal vier Jahre alt sind, verliefen reibungslos und wurden mit kräftigem Applaus belohnt. 120 Mütter und Väter sorgten hinter den Kulissen für eine gelungene Premiere. So konnte beispielsweise das aufwendige Bühnenbild nur durch diese Mitarbeit realisiert werden. Musikalisch unterstützt wurden die Eisläufer von zwei professionellen Musicaldarstellern, einem Saxofonisten und einer Karibik-Steelband.

Nicht ganz perfekt, aber absolut sympathisch verlief die Premiere — hier und da eine kleine Panne, ein technischer Fehler oder ein Sturz. Doch das Wissen, dass gerade Amateure es immer wieder schaffen, ganze Menschenmassen anzulocken und in fremde Welten zu entführen, macht das Neusser Eismärchen zu etwas ganz Besonderem.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das Neusser Eismärchen feiert Premiere

(NGZ)