Neuss: Eine versteckte Oase in der Stadt

Neuss: Eine versteckte Oase in der Stadt

Beim Joggen entdeckte Charlotte Hohn vor vielen Jahren den kleinen verwunschenen Weg zwischen der Wolker-Sportanlage und dem Reuschenberger Wald ganz zufällig. Für den 37-jährigen Krimifan ist der Ort besonders im Winter sehr mystisch. Der Ort ist für sie eine Ruheinsel inmitten der Stadt.

Ein verwunschener Weg, gesäumt von zahlreichen Laubbäumen und Sträuchern, führt am Rande des Reuschenberger Waldes an einem kleinen See entlang. Aus dem Gewässer, das als Regenrückhaltebecken angelegt wurde, ragen vereinzelt Bäume heraus. "Das sieht sehr mystisch aus", sagt Charlotte Hohn. "Mich erinnert der Ort hier immer an einen Krimi. Besonders im Winter, wenn sich eine dicke Eisdecke gebildet hat und die nackten Äste wie Arme aus dem Wasser ragen."

Die gebürtige Neusserin entdeckte den Weg vor vier Jahren beim Joggen. "Ich wollte nicht immer dieselbe Strecke im Reuschenberger Wald laufen, bin deshalb einfach an einer Kreuzung abgebogen und plötzlich hier gelandet", erzählt die 37-Jährige. "Ich kannte den Ort hier überhaupt nicht, obwohl ich hier wohne." Seitdem kommt Charlotte Hohn regelmäßig hierher. Seit sie schwanger ist, allerdings nur noch zum Spazierengehen. Doch die Angestellte der Wirtschaftsförderung freut sich bereits darauf bald mit ihrem Nachwuchs an diesem idyllischen Ort spazieren zu gehen.

  • Rheinberg : Bei den Fröschen in der Flöth

"Es ist unglaublich, dass es mitten in der Stadt so eine verwunschene Ruheeinsel gibt", sagt die Neusserin. Das Rückhaltebecken befindet sich zwischen der Wolker- Sportanlage und dem Reuschenberger Wald. Man erreicht es sowohl vom Wald aus (von der Obererft) als auch von der Weberstraße. Von letzterem aus führt kurz vor der Bahnüberführung Neuss Süd der Reuschenberger Weg hinein. An der ersten Weggabelung geht es rechts ab, vorbei an zwei vereinzelten Häusern. Wenige Meter dahinter folgt eine Kreuzung. Links ab beginnt Charlotte Hohns "verwunschener Weg". Er schlängelt sich mehrere hundert Meter am See entlang, bis er über eine kleine Holzbrücke führt und schließlich den Reuschenberger Wald erreicht.

Ein kleiner Kritikpunkt ist die nahe Autobahn, die man gerade werktags dort gut hören kann. "Aber am Wochenende ist es hier sehr ruhig", sagt Charlotte Hohn. "Hier kann man abschalten und einfach die Ruhe genießen." Andere Menschen trifft man dabei nur gelegentlich. "Ich glaube, dass viele Neusser diesen Ort hier überhaupt nicht kennen", sagt sie. Lediglich mal ein Jogger oder Hundebesitzer ist ihr dort bereits begegnet. Einen Weg für einen Strom von Spaziergängern gibt es nicht. Ihrem Mann Uwe, der kein Neusser ist, hat die 37-Jährige den Ort auch gezeigt. Gemeinsam gehen sie hier seitdem gerne spazieren. Und wenn ihr Kind etwas älter ist, "erzähle ich ihm, dass in dem See versunkene Schätze liegen", verrät sie. Charlotte Hohn mag es eben gerne mystisch — und möglicherweise auch ihr Kind.

(NGZ)