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Neuss: Eine tierische Liebesgeschichte

Neuss : Eine tierische Liebesgeschichte

Eine Geschichte von einer außergewöhnlichen Freundschaft hat Regisseurin Corinna Sommerhäuser mit Maritgen Matters "Ein Schaf fürs Leben" für die Bühne des Rheinischen Landestheaters inszeniert.

Ein warmer Stall, genug Salatblätter und allerhand Heu: Eigentlich hat Schaf alles, was es zum Leben braucht. Allerdings ist es ein bisschen langweilig in den vier hölzernen Wänden, in denen es vor Kälte und Schnee geschützt den Winter verbringt. Da kommt der seltsame Herr ganz gelegen, der plötzlich im Stall steht. Und es braucht nicht viel, damit Schaf sich mit ganzer Freude in das Abenteuer stürzt, das der etwas heruntergekommene pelzige Kerl ihm anbietet: Eine Schlittenfahrt durch den Wald zu einem Ort namens "Erfahrungen". Wie sollte es auch ahnen, dass Wolf ganz andere Absichten hat?

Eine spannende Geschichte von einer außergewöhnlichen Freundschaft hat Regisseurin Corinna Sommerhäuser mit Maritgen Matters "Ein Schaf fürs Leben" jetzt für die Studiobühne des Rheinischen Landestheaters inszeniert. Und auch wenn es darin ein bisschen um gefährliche Dinge geht wie das Fressen und Gefressen werden, auch wenn der Wolf naturgemäß bedrohlich ist und seine leuchtenden Augen das Bühnenbild beherrschen, gelingt es Sommerhäuser und ihrem Team doch wunderbar, den Märchencharakter so zu vermitteln, dass selbst die Kleinsten ihn verstehen und die Geschichte fasziniert verfolgen können, ohne sich zu ängstigen.

In eine große Schneekugel verlegt Sommerhäuser das Geschehen, entfernt es so erfolgreich aus dem Lebensbereich der Kleinen und macht es zu einer packenden kleinen Fabel, deren fiktiven Charakter die Kinder so mühelos durchschauen, dass sie sogar dann fröhlich dem Wolf den Weg zurufen, wenn der nun aber wirklich so hungrig ist, dass er mit dem großen Messer in der Pfote nach Schaf sucht.

Angela Hecker hat diese Schneekugel märchenhaft schön gestaltet und zeigt eine auf wenig Raum liebevoll gestaltete Winterlandschaft, die auf fast magische Weise Stall und Bäume, schneebedeckte Abhänge, einen See und eine Hütte auf geringster Fläche zusammenbringt, ohne dass ein Gefühl von Enge entsteht. Zwischen Tier und Mensch, arglos-kindlich das Schaf, pelzig und ein wenig abgewrackt der hungrige Wolf, gestaltet Kathrin Schmidt fantasievoll-schöne Kostüme.

Ein Schaf zum Knuffeln ist Linda Riebau, freundlich, neugierig, und voller Ideen. Als hungriges Tier, das bessere Zeiten gesehen hat, fressen will und doch immer wieder dem Charme und der mitreißenden Fantasie von Schaf erliegt, ist Michael Putschli ein wundervoller Wolf, nicht böse, einfach hungrig. Wie aus beiden allen Unterschieden zum Trotz Freunde werden, das zeigt die charmante Inszenierung.

(NGZ/rl)