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Neuss: „Eine Spende tut nicht weh“

Neuss : „Eine Spende tut nicht weh“

Neuss Das Neusser Rathaus erinnerte am Dienstag an eine Notaufnahme. Über zahlreiche Räume verteilt, standen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), neben ihnen Liegen, auf denen Menschen wie Verletzte lagen. Doch es war kein Unglück, das das Rathaus heimsuchte.

Neuss Das Neusser Rathaus erinnerte am Dienstag an eine Notaufnahme. Über zahlreiche Räume verteilt, standen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), neben ihnen Liegen, auf denen Menschen wie Verletzte lagen. Doch es war kein Unglück, das das Rathaus heimsuchte.

Der jährliche Blutspende-Marathon stand an und mit ihm zahlreiche hilfsbereite Menschen, die sich spontan zu einer Blutspende entschlossen. Und obwohl mit 250 Spendern das gesteckte Ziel von 400 Teilnehmern weit verfehlt wurde, Lorina Benning, DRK-Mitarbeiterin, zeigte sich trotzdem zufrieden.

"Viele Menschen haben Angst vor einer Spende", sagt die DRK-Mitarbeiterin. Deshalb würden sie sich von den Blutspendeterminen und -orten fern halten. "Dabei tut eine Spende nicht weh und Neuss ist auf jeden Bluttropfen angewiesen", sagt Benning.

So würden durchschnittlich 7500 Blutkonserven pro Jahr in Neusser Krankenhäusern benötigt Im vergangenen Jahr konnte das Deutsche Rote Kreuz jedoch nur 3384 Konserven aus Neuss liefern.

"Das reicht vorne und hinten nicht, deshalb sind uns Termine, wie der Blutspende-Marathon, der vom Bürgermeister Herbert Napp unterstützt wird, besonders wichtig", erklärt Benning. An solchen Tagen kommen erfahrungsgemäß besonders viele Neusser zum Blutspenden. Das Spenden ist übrigens leichter als viele denken - vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen.

Grundsätzlich kann jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 68 Jahren Blut spenden. Allerdings gibt es ein paar Einschränkungen: Menschen, die weniger als 50 Kilo wiegen, einen zu hohen (über 180) oder zu niedrigen (unter 100) Blutdruck haben, in den vergangenen Monaten eine Infektion oder Operation erlebten oder sich in den vergangenen vier Monaten außerhalb von Europa aufhielten, werden zur Blutspende nicht zugelassen.

Zu groß ist das Risiko für Spender und Blutempfänger. Denn, das wurde beim dienstägigen achtstündigen Blutspende-Marathon ganz deutlich: Blutspenden hat viel mit Verantwortung für sich und andere zu tun.

Der Verantwortung stellten sich am Dienstag viele Freiwillige, die das erste Mal in ihrem Leben eine Blutspende-Erfahrung machten. So auch Buket Cayir. Sie wurde vor dem Rathaus von Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes angesprochen und erklärte sich spontan zur Spende bereit.

"Die DRK-Mitarbeiter sind alle super nett und die Spende tut auch gar nicht weh", sagt die 21-jährige Neusserin. Sie konnte sich nach der Premiere, die etwa eine Stunde in Anspruch nahm, durchaus vorstellen, jetzt öfter zu Blutspende-Terminen zu gehen. Wer einmal als Spender erfasst wird, kann bis zu fünf Mal im Jahr einen halben Liter seines Blutes spenden, ohne gesundheitliche Folgen befürchten zu müssen.

Zu den regelmäßigen Spendern gehört auch Manuela Schisslea. Die 23-Jährige ließ sich am Dienstag bereits zum sechsten Mal seit ihrer Volljährigkeit Blut abnehmen. "Es gibt so viele Menschen, die Blut brauchen und wer weiß, vielleicht bin auch irgendwann auf Spender angewiesen", sagt die Neusserin.

(NGZ)