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Neuss: Eine Schule für 1500 Mädchen

Neuss : Eine Schule für 1500 Mädchen

Rund 1500 Mädchen besuchen derzeit das Erzbischöfliche Gymnasium Marienberg – seit Jahren ist die Schule durchgehend sechszügig. Und garantiert damit eine besonders große Kursvielfalt.

Rund 1500 Mädchen besuchen derzeit das Erzbischöfliche Gymnasium Marienberg — seit Jahren ist die Schule durchgehend sechszügig. Und garantiert damit eine besonders große Kursvielfalt.

Wenn das Erzbischöfliche Gymnasium Marienberg eins ist, dann das: mittendrin. "Wir liegen hier im Herzen von Neuss", sagt Schulleiter Josef Burdich. Er schaut aus dem Fenster — und direkt auf das Quirinus-Münster. Burdich geht zur anderen Seite des Selbstlernzentrums im obersten Stock der Schule und blickt da aus dem Fenster. Dort zu sehen: der Hafen.

Diese Lage zwischen Quirinus, dem Wahrzeichen der Stadt, und dem Hafen, der für Aufbruch und Neues steht, ist bezeichnend für das Mädchengymnasium. Da ist auf der einen Seite das Traditionsbewusstsein — monoedukativer Unterricht, Werte, die immer mitvermittelt werden, der Stellenwert, den Religion naturgemäß an der erzbischöflichen Schule hat. Da ist aber auch der Blick nach vorn mit Projekten wie "Wissenschaft trifft Schule", mit einer modernen Multimedia-Ausstattung, mit Baumaßnahmen, die klar machen, dass Marienberg eine nach vorne gewandte Schule ist.

Burdich öffnet eine Tür, tritt auf den Balkon und zeigt in Richtung Hafen, dorthin, wo kürzlich eine Brücke über der Batteriestraße entstanden ist. Sie verbindet die Schule mit der Cretschmar-Halle am Hafenbecken I, dem zukünftigen Zuhause des Forums Marienberg. Schon nach Weihnachten sollen die neue Mensa, das Oberstufencafé und die Aula eröffnet werden.

"Bisher fehlte uns der Platz, uns zu versammeln", sagt Burdich, als er in der alten Aula steht, die etwas mehr als 200 Menschen Platz bietet. Viel zu klein für eine Schule, an der derzeit 1530 Schülerinnen unterrichtet werden. "Diese hohe Zahl an Schülerinnen garantiert auch eine große Kurs-Vielfalt in der Oberstufe", erklärt der Schulleiter. Französisch- und Religion-Leistungskurse — selten an vielen Schulen, normal am Marienberg.

Ebenso Standard: eine AG, in der Mappen für die Bewerbung an einer Kunsthochschule zusammengestellt werden. "Kunst ist eine der Säulen unserer Schulen, genau wie die Musik", erklärt Josef Burdich. Und liefert Beispiele: Am Marienberg wird Theater gespielt, werden Kunstausstellungen organisiert, das Weihnachtsoratorium oder Haydns Schöpfung einstudiert. Und dennoch: Eine feste Ausrichtung hat das Marienberg nicht.

"Wir haben den Anspruch, für jedes Mädchen die passende Nische zu finden", sagt der Schulleiter. Die Tatsache, dass Marienberg eine monoedukative Schule ist, hilft dabei — "wir können besonders auf die Mädchen eingehen", sagt Burdich. Er glaubt nicht, dass getrennte Schulen ein Muss für gutes Lernen sind, ist aber davon überzeugt, dass es Mädchenschulen geben sollte.

Die Zahlen geben Burdich Recht: Am Erzbischöflichen Gymnasium Marienberg gibt es schon lange sechs Klassen in jedem Jahrgang. "Wir haben hier keine Not", sagt der Schulleiter.

(NGZ)