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Neuss: Eine Komödie mit Abgründen

Neuss : Eine Komödie mit Abgründen

Neuss Kann es etwas Schlimmeres geben, als das Weihnachtsfest auf einer Kaufhaustoilette zu verbringen? Wahrscheinlich schon - zumindest, wenn man dort nicht mit einer geliebten Person, sondern mit dem eigenen Chef eingesperrt ist.

"Aber die drei Männer machen aus der Not eine Tugend", erzählt Regisseur Sven Post von dem Stück "Herren", das nächste Woche Premiere im Theater am Schlachthof (TaS) feiert. Was jedoch lustig anfängt, endet irgendwann im Streit. Denn auf der Herrentoilette sind nicht alle Menschen gleich.

Zwar rütteln und schütteln der Geschäftsmann Karl-Heinz Bruns, Verkäufer Stefan Riemer und Lagerarbeiter Reinhard Dahlmann erst noch verzweifelt an der Tür, müssen dann aber enttäuscht feststellen: Sie sind eingeschlossen. Und das an Heilig Abend. "Sie haben nicht mehr bei sich, als die letzten Geschenke, die sie noch schnell gekauft hatten", schildert Post. "Ansonsten haben sie nur Leitungswasser und ein paar Flaschen Wodka von dem Lagerarbeiter, Essen haben sie nicht."

Ursprünglich 60 Minuten war das Stück von Autor Jan Ericson, der Regisseur hat es auf knapp 90 Minuten ausgebaut. "Wir haben versucht, die Figuren hintergründiger zu gestalten als im Original", erklärt Sven Post, der dabei auch die drei Schauspieler Jens Spörckmann (Chef), Ulrich Fastnacht (Verkäufer) und Johann Wild (Lagerarbeiter) mit einbezogen hat.

Denn seine Devise lautete: Wem am Text etwas nicht passt, der kann ergänzen. "Die Komödie von Ericson ist zwar schon an sich toll, aber sie ist aus dem Jahr 1977 und die Gesellschaft hat sich seitdem verändert", sagt TaS-Intendant Reinhard Mlotek zu den Veränderungen des Stückes.

Mehr dazu lesen Sie am Donnerstag in der Neuß-Grevenbroicher Zeitung.

(NGZ)