Neuss: Ein Startup-Zentrum für "Ideengeber"

Neuss: Ein Startup-Zentrum für "Ideengeber"

Am Habichtweg in Neuss entsteht ein Neubau, der auf neue Technologien und Arbeitsformen der Generation Y ausgerichtet ist. Das "IdeenGeberHaus" soll im Spätsommer fertig sein. Ideen sollen dort zum Markterfolg reifen.

Ideen sind das neue Gold, und der Goldrausch findet auf den digitalen Geschäftsfeldern statt. Drei Dinge brauchen Startup-Gründer, um dort Erfolg zu haben. Erstens: eine gute Idee. Zweitens: den Raum, ein Netzwerk und die Möglichkeiten, die Idee zu entwickeln und zur Marktreife zu bringen. Und drittens: Partner, die für die Finanzierung sorgen und die wirtschaftlichen Chancen, die eine Idee bietet, erkennen. All das möchte Matthias Wilhelm, Geschäftsführer des in Neuss ansässigen Unternehmens Wilcon Data, an einem Standort bündeln. Sein Plan: ein "IdeenGeberHaus". Der konsequent auf neue Technologien ausgerichtete Neubau soll am Habichtweg in Neuss errichtet werden und im Spätsommer seine Pforten öffnen. "Wir übersetzen Startup mit Ideengeber. Und wir meinen damit Ideengeber für das, was das Geschäftsleben und das Leben an sich verändert", sagt Wilhelm. Das "IdeenGeberHaus" soll ihnen Raum geben, damit ihre Produkte auch Abnehmer finden.

Matthias Wilhelm will daher nicht nur Wert auf adäquate Arbeitsbedingungen legen. "Ein Startup-Haus bedeutet ja nicht, ein Gebäude ein bisschen auf Altbau zu trimmen, einen Kickertisch reinzustellen, und schon läuft es", sagt er. Die Räume sollen offen gestaltet werden, mit viel Glas. Natürlich gibt es schnelles Glasfaser-Internet, dazu Angebote, die kreative Köpfe zusammenbringen: vom Fachvortrag über Workshops bis hin zum Gin-Tasting.

Auf verschiedene Bedürfnisse beim Raumkonzept - vom freien Arbeitsplatz in der Coworking-Zone bis hin zum Büro für mehrere Personen - soll eingegangen werden. Die monatliche Miete orientiert sich am benötigten Platz und geht bei 250 Euro los. Zudem sollen im "IdeenGeberHaus" auch gleich Kontakte zu Unternehmen vermittelt werden - und zwar nicht nur aus dem Rhein-Kreis Neuss. "Aber natürlich wollen wir auch hier Partner zusammenbringen", sagt Wilhelm. Schließlich soll auch der Wirtschaftsstandort profitieren. Dass Bedarf besteht, davon ist Matthias Wilhelm überzeugt. Ein so starker Wirtschaftsstandort wie der Rhein-Kreis Neuss brauche den kreativen Input, um zukunftsfest zu sein. "Die Firmen müssen sich der Veränderung von Marktspielregeln durch Innovation und neue Geschäftsmodelle stellen", sagt Wilhelm.

Disruption lautet die Herausforderung. Wer keinen Mut hat, neue Wege zu beschreiten, der droht, im alten Trott verloren zu gehen. "In Neuss und Umgebung gibt es viele High-Tech-Firmen, die für eine erfolgreiche Zukunft auf kleine Startups angewiesen sind", sagt Wilhelm. Auf solche Ideengeber will er das Hauptaugenmerk richten. Deshalb versteht er sich und sein Team auch als Startup-Finder.

Mit dem Angebot möchte Matthias Wilhelm eine Lücke schließen. Und er ist von Neuss überzeugt. "Am Niederrhein fehlt eine Gründerszene, wie es sie in Berlin gibt. Düsseldorf ist hip, Köln langsam", betont er. "Neuss kann in diesem Bereich durchaus eine Vorreiter-Rolle einnehmen."

(abu)