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Neuss: Ein Spaziergang durch Neuss

Neuss : Ein Spaziergang durch Neuss

Vom Glockhammer zum Romaneum spazierten gestern rund 60 Neusser und lauschten den Erklärungen des ehemaligen Museumsdirektors Max Tauch.

"Die Heimat kann nur lieben, wer die Heimat kennt": Diesem Leitwort folgte Karlheinz Steinbeck, ehemaliger Vorsitzender und jetzt Ehrenmitglied des Neusser Eifelvereins, stets und lud immer wieder dazu ein, sich im eigenen Revier umzusehen. Gestern machten sich rund 60 Neusser zu einem Rundgang vom Glockhammer zum Romaneum auf und lauschten den Worten von Max Tauch, dem ehemaligen Leiter des Clemens-Sels-Museums.

Seit 33 Jahren führt er ehrenamtlich Gruppen durch die Stadt, um ihnen Neuss von einer anderen Seite zu zeigen. Los ging es am Wahrzeichen: dem Quirinus Münster. "Die Gruppe ist sehr groß, wir haben nicht immer eine solche Resonanz", begrüßte Tauch die Neusser. Er berichtete von der Spitze des Münsterturms, die aus Holz bestand bis der Blitz einschlug und heute noch immer durch die – zunächst als Provisorium geplante – pyramidenförmige Spitze ersetzt wird. "Als in Düsseldorf noch Menschenfresser waren, zog hier schon die Fronleichnamsprozession", sagte er, um hinzuzufügen: "Ganz so schlimm war es nicht. Aber tatsächlich hat Düsseldorf auch im Münster Spuren hinterlassen – Johannes Henbach von der Düsseldorfer Kunstakademie hat etwa die Neusser Notarsfamilie Ahrweiler als Maria und Theodor, als Franziskus und die heilige Katharina dargestellt." Vom Inneren des Münsters – dort konnte er die Teilnehmer in Ruhe begrüßen, weil in der Innenstadt die Abiturienten feierten – ging es zur Grabstätte außerhalb der Basilika, die nicht nur für gläubige Katholiken wichtig ist, sondern für alle Neusser, denn: "Sie entstammt einer Zeit, in der es die Glaubensspaltung noch nicht gab." Über die Münsterstraße führte Tauch die Teilnehmer Richtung Meererhof, nicht, ohne nennenswerte historische Bauten zu erwähnen. Von dort aus ging der Weg zur Stadtmauer und zum nachgebildeten Rheintor bis zum Marienberg-Gymnasium. Dort gibt es einen Brunnen mit beweglichen Figuren, die zwei Gesichter haben – "eine Art Märchenbrunnen". Schließlich ging die Gruppe ins Romaneum, um sich die Ausgrabungen anzusehen. Trotz der Kälte hörten alle den Ausführungen Tauchs mit großem Interesse zu. Ausklang der Tour war im Gewölbekeller des "Pozzo Quirino".

(vest)