Neuss: Ein Preis für Haltung und Engagement

Neuss: Ein Preis für Haltung und Engagement

Seit 30 Jahren wird der Carl-Steins-Preis im Rahmen der Abiturfeier vergeben - zunächst an einen Absolventen des Theodor-Schwann-Gymnasiums, seit 1993 am Marie-Curie-Gymnasium. Viele Preisträger machten danach Karriere.

Ein preisgekrönter Dokumentarfilmer ist darunter, eine Beinahe-Astronautin, gleich mehrere erfolgreiche Rechtsanwälte, Ärzte, eine bildende Künstlerin - sie alle gehören zum Kreis derer, die im Laufe der vergangenen 30 Jahre eine besondere Auszeichnung erhalten haben: den Carl-Steins-Preis. 1987 wurde er zum ersten Mal vergeben, damals noch am Theodor-Schwann-Gymnasium. Seit der Fusion mit dem Marie-Curie-Gymnasium im Jahr 1992 geht der Preis an einen Abiturienten - in manchen Jahren sogar an zwei oder gar mehr - des Gymnasiums im Neusser Norden. Am Samstag, 1. Juli, ist es wieder so weit. Dann feiert die Abiturientia 2017 im "Theater der Träume" auf der Stadtgrenze zu Düsseldorf ihren Schulabschluss. In diesem Rahmen wird der Steins-Preis überreicht, zu dem neben einer Urkunde und einem Bronze-Portrait von Carl Steins eine finanzielle Zuwendung von 500 Euro gehört.

Aus diesem Anlass hat sich Dieter Steins, Enkel des Stifters und als Vertreter der Familie Mitglied im Stiftungs-Vorstand, auf die Suche nach früheren Preisträgern gemacht. Und da entsteht durchaus der Eindruck, dass der Stiftungs-Vorstand seine Sache ziemlich gut gemacht hat. Hocherfreut zeigt sich Dieter Steins etwa über die Rückmeldung des allerersten Preisträgers Till Fock, heute Angehöriger einer internationalen Anwaltskanzlei in Berlin. "Till Fock hat berichtet, dass er sich vom Preisgeld eine Ausgabe von Kindlers Literaturlexikon angeschafft hat, die heute noch auf seinem Schreibtisch steht und auch von seinen sechs Kindern genutzt wird", erzählt Steins.

Foto: Marcel Kolvenbach

Marcel Kolvenbach, 1988 ausgezeichnet, hat sich längst einen Namen als Dokumentarfilmer gemacht ("Atomic Africa", "Dügün - Hochzeit auf Türkisch"), war sogar für den Grimme-Preis nominiert und lehrt seit April als Professor an der Kunsthochschule für Medien in Köln. "Herr Kolvenbach hat zugesagt, bei der Preisverleihung anwesend zu sein", kündigt Steins an.

Kristina Buch (2002) war 2012 jüngste Teilnehmerin der Documenta in Kassel und lebt heute als bildende Künstlerin in Düsseldorf.

Foto: Juliana Socher
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Ziemlich hoch hinaus wollte Katharina Peters (2003): Die promovierte Chemie-Ingenieurin war zuletzt unter den Top-Kandidatinnen für einen Flug ins Weltall bei der privaten Initiative "Die Astronautin".

Für den Neusser Rechtsanwalt Tobias Goldkamp wiederum war der Preis 1998 "ein Zeichen, dass am MCG und sonst im Leben auch andere Dinge außer Noten zählen".

Doch wer erhält eigentlich den Carl-Steins-Preis und warum? "Gute Noten allein sind nicht das Kriterium", betont Dieter Steins, der mit Schulleiterin Emmy Tressel und Schuldezernentin Christiane Zangs als Vertreterin des Neusser Bürgermeisters über die Vergabe entscheidet. "Viel wichtiger ist das soziale Engagement", versichert er. "Das kann mal jemand sein, der als Schülersprecher aktiv war oder sich bei schulischen Veranstaltungen immer um die Technik gekümmert hat", nennt Direktorin Emmy Tressel Beispiele. Sie freut sich über die Unterstützung durch die Carl-Steins-Studienstiftung, die nicht allein den Steins-Preis auslobt. Vielmehr können sich laut Satzung "begabte und bedürftige" Absolventen des Marie-Curie-Gymnasiums um ein ansehnliches Studienstipendium bewerben - derzeit erhalten sieben Studenten einen monatlichen Scheck aus Neuss. Und nicht zuletzt ermöglicht die Stiftung manche Anschaffung für die Schule, beispielsweise für das Bigband-Projekt, oder gewährt Zuschüsse zu Fahrten.

(NGZ)
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