Neuss: Ein Nachschlagewerk der Neusser Kultur

Neuss : Ein Nachschlagewerk der Neusser Kultur

Der Jahresbericht 2017 der Kulturinstitutionen versammelt Zahlen, Informationen und Berichte. Dem Publikum gilt das Augenmerk.

Nur wenigen ist es vergönnt, den neuen Jahreskulturbericht als Hochdruckheft in der Hand zu halten. Auch Christiane Zangs bedauert das, ist aber ein Votum der Kulturpolitik gebunden, die das jährliche Erscheinen dieses "Belegs, Rechenschaftsberichtes und Nachschlagewerks für die Zukunft", wie Zangs sagt, aus Sparsamkeitsgründen als Online-Produkt veröffentlich sehen wollen.

Die aktuelle Ausgabe, die laut Zangs etwas später als sonst erscheint, ist aber so oder so mit "Leidenschaft und mit einem festen Budget" gemacht, hält die Kulturdezernentin fest. Auf 70 Seiten summiert sich die Arbeit von Annkathtrin Schaller, Archivarin im Stadtarchiv, die schon seit Jahren die Redaktion des Berichts verantwortet und sich den von Kulturamtsleiter Harald Müller vergebenen Titel "beste Kulturkennerin der Stadt" damit allemal verdient hat. Farbige Fotos, sieben farblich abgesetzte Rubriken führen durch das Buch, das am Ende auch den Kulturausschuss präsentiert.

"Wertschätzung und Wohlwollen" ist aktuell das Motto, unter dem die Neusser Kulturhäuser ihre Arbeit vorstellen - mit einem ganz besonderen Blick auf das jeweilige Publikum. Das Diversitätskonzept der Stadt, das unter dem Titel "Die neue Stadtgesellschaft" bekannt ist, habe den Anlass gegeben, sagt Zangs, Das Motto drücke eine Haltung aus und habe auch zu Fragen geführt: "Erreichen wir alle? Welche Erwartungen soll eine Stadt bieten?"

Frühzeitig habe sie angekündigt, dass die Berichte unter diesem Aspekt vorgelegt werden sollen, und in ihrer Augen habe das auch den Effekt gehabt, jass jedes Institut näher hingeschaut und sich gefragt habe: "Was tun wir, um unserer Stammpublikum zu halten und Neue zu gewinnen?" Zwei Beispiele zeigen die Bewegung in der Frage: Das Clemens-Sels-Museum meldet, dass es sich bei den Besucherzahlen um 1300 in 2017 gesteigert habe (auf 28.000) und führt das auch auf den monatlichen eintrittsfreien Sonntag zurück. Und das RLT verkündet, dass es allein mit seinen Abstechern knapp 6500 mehr Zuschauer erreicht hat als 2016 und insgesamt die Zuschauerzahl mit eigenen Veranstaltungen von rund 54.500 auf 60.150 steigern konnte.

Und so wird auch für Bürgermeister Reiner Breuer deutlich, "welch ein hochwertiges, vielseitiges und außergewöhnliches Angebot die Kulturschaffenden für Jung und Alt, für jeden in der Stadt auch 2017 bereithielten", wie er in seinem Grußwort schreibt .

Zangs befasst sich unter dem Titel "We aim to please - Unser Ziel ist, zu erfreuen" mit dem Publikum an sich: "Die Wertschätzung unseres Publikums bedeutet, dass wir keine Mühen und auch nicht das Risiko des Scheiterns scheuen, um außergewöhnliche, besondere, inspirierte und bereichernde Darbietungen und Ereignisse zu entwickeln, zu finden und möglichst nur in Neuss zu realisieren. Begabung, Ausbildung, Wissen, Erfahrung, Beziehungen und vor allem Leidenschaft" der Kulturschaffenden seien die Voraussetzungen.

(hbm)
Mehr von RP ONLINE