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Neuss: Ein "Lotse" für die i-Dötzchen

Neuss : Ein "Lotse" für die i-Dötzchen

Dem ersten Schultag fiebern nicht nur viele i-Dötzchen entgegen, sondern auch Peter Busch. Der 51-Jährige ist Hausmeister für gleich zwei Grundschulen, die Martin-Luther- und die Kreuzschule. Und er weiß, dass für die Neuen die ersten Tage nicht immer einfach sind.

Seine Aufgabe ist es eigentlich, für die Sicherheit in den Gebäuden zu sorgen. Ist irgendwo eine Scheibe kaputt, kümmert sich Peter Busch darum, dass sie ersetzt wird. Funktioniert eine Glühbirne nicht mehr, dann tauscht Peter Busch sie aus. Fällt die Heizung mal aus, ist sein Einsatz ebenfalls gefragt. Denn der 51-Jährige ist Hausmeister. 18 Jahre war er es an der Münsterschule, dann wechselte er und hat seitdem gleich zwei Schulen "unter seiner Aufsicht" — die Kreuz- und die Martin-Luther-Schule.

Auch nach 20 Jahren ist die Arbeit für den Schreinermeister noch lange keine Routine. Wenn am kommenden Donnerstag insgesamt 103 Schulanfänger mit großen Augen und vollen Schultüten zur Sternstraße kommen, weiß Peter Busch, was ihn in den darauf folgenden Tagen erwartet. "Zwar gehen die Klassenlehrer mit den Erstklässlern am zweiten Tag durch die ganze Schule und zeigen alles. Doch auch dann ist die Aufregung noch groß und vieles wieder schnell vergessen", sagt Busch.

"In den ersten Tagen achte ich besonders darauf, dass die Kleinen nicht auf die Straße laufen", erzählt Busch. Auch wenn die Eltern mal nicht pünktlich zum Abholen bereit stehen, und sofort die Tränen kullern, findet Peter Busch tröstende Worte.

Schnell haben die Kleinen so heraus, dass sie sich auch mit anderen Problemchen an "Herrn Busch" in seinem kleinen "Kabuff" wenden können. "Natürlich gibt es immer wieder kleine Unfälle auf dem Schulhof", sagt Busch. Die Folgen: Schürfwunden am Knie, ein blutender Finger oder einfach eine Beule. Die Behandlung à la Busch: erst einmal kräftig pusten.

Damit seien viele schon zufrieden. Manchmal gibt's ein Pflaster oder einen Kühlbeutel, und hin und wieder helfe auch der Vorschlag, einfach nur eine Runde ruhig um die Tischtennisplatte zu gehen. Mitunter muss der Hausmeister, der von sich sagt, er kenne die Hälfe aller Schülernamen, aber auch streng sein. "Dann drohe ich Strafen, wie ,Du musst mit mir den Schulhof kehren' an", so Busch. "Ich achte sehr auf die Minis. Sie aber auch auf mich. Wer Geburtstag hat und seine Mitschüler mit Süßigkeiten versorgt, hat auch immer etwas für mich dabei", betont der "Huusmeister" lachend.

Über Schützenfest allerdings wird er seine "Bande" vertretungsweise in andere Hände geben. Denn Peter Busch ist Major und Geschäftsführer des Tambourkorps "Quirinusklänge" und hat einige Umzüge zu erledigen. "Dann rufen und winken auch immer viele der Minis", sagt Busch und schaut auf die Milch- und Kakaolisten, die noch ausgefüllt werden müssen.

(NGZ/rl)