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Neuss: Ein Gespenst spukt im TaS

Neuss : Ein Gespenst spukt im TaS

Dennis Palmen hat aus dem Buchklassiker "Das kleine Gespenst" von Otfried Preußler eine Bühnenfassung für das Theater am Schlachthof kreiert. Herausgekommen ist ein quirlig-fröhlicher Spaß für Zuschauer ab vier Jahren.

An allem ist nur Uhrmachermeister Zifferle schuld. Weil der die große Rathausuhr um zwölf Stunden verstellt hat, wird das kleine Gespenst nicht mehr wie seit Jahrhunderten um Mitternacht wach, sondern genau um zwölf Uhr am hellen Mittag. Und dass dies ganz schöne Verwicklungen mit sich bringt, liegt auf der Hand, denn nicht nur wird das kleine Gespenst beim ersten Strahl des Sonnenlichts schwarz wie die Nacht, sondern es platzt auch noch mitten in die Vorbereitungen für die große Feier, die das Städtchen Eulenberg zu Ehren des schwedischen Generals Torsten Torstenson geplant hat.

Mit viel Musik, Spaß und originellen Ideen hat Dennis Palmen "Das kleine Gespenst", den beliebten Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler, für die Bühne des Theaters am Schlachthof (TaS) umgeschrieben und inszeniert. Dabei ist ihm und seinem kleinen Team ein quirlig-fröhlicher Spaß gelungen, kunterbunt und witzig. Gemeinsam haben Darsteller und Techniker ein wunderschönes Bühnenbild geschaffen, das in kräftigen Farben den Marktplatz von Eulenberg zeigt und sich mühelos in die Burg Eulenstein verwandelt, auf der das kleine Gespenst jede Nacht friedlich mit seinem großen Schlüsselbund nach dem Rechten schaut und mit den anderen Nachtgeschöpfen plaudert, seinem Freund Uhu Schuhu und den sprechenden Bildern aus der Ahnengalerie der Burg.

Ziemlich frei nach der Romanvorlage erzählt Palmen seinen kleinen Zuschauern ab vier Jahren die Geschichte. Er steigert und vereinfacht die Handlung beinahe ins Comichafte und macht so die Handlung auch für die Jüngsten nicht nur unmittelbar verständlich, sondern auch zu einem fröhlichen Klamauk. Mit vielen Liedern, die er selbst geschrieben und getextet hat, gelingen ihm muntere Ohrwürmer, die seine vier Darsteller Stefanie Lenz, Franka von Werden, Karima Rösgen und Alin Ivan mitreißend, tanzend, putzmunter präsentieren.

Mit schrägen Kostümen gestalten Tom von Döllen und André Thoß die Welt rund um Burg Eulenstein markant bunt und stilisiert und haben dabei so fröhliche Einfälle wie einen Polizisten auf Rollschuhen und mit Blaulicht auf dem Helm, oder ein pausbäckiges Gespenst, das kein bisschen zum Fürchten ist.

Zornig werden kann es allerdings schon, vor allem, wenn es plötzlich dem General gegenübersteht, den es vor einigen Jahrhunderten höchstpersönlich aus Eulenberg vertrieben hat. Schließlich kann es ja nicht ahnen, dass dies nur ein Schauspieler ist, der den General beim Stadtfest spielt.

Wie alles wieder gut und das kleine Gespenst wieder zu einem weißen Nachtgeschöpf wird, und wie es kommt, dass sogar die ängstliche Sekretärin Kniesebein sich mit dem freundlichen Nachtgeschöpf versöhnt, zeigen Palmen und sein Team in einer unterhaltsamen Theaterstunde für die Jüngsten unter den Zuschauern.

(NGZ)