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Neuss: Ein Festival der zeitgenössischen Musik

Neuss : Ein Festival der zeitgenössischen Musik

Über acht Tage, in zwei zeitlichen Blöcken, läuft das 15. Inselfestival in Hombroich. Das Programm mit 14 Konzerten sowie Lesungen und Ausstellungen ist gespickt mit bekannten Namen aus der zeitgenössischen Musik.

Ein ganzer Tag für den Komponisten Georg Kröll - das ist eines der herausragenden Themen des 15. Inselfestivals in Hombroich, das an zwei Wochenenden und an drei Orten stattfindet: vom 29. Mai bis 1. Juni und vom 6. bis 9. Juni (über Pfingsten) auf der Raketenstation (Veranstaltungshalle und Langen Foundation) und auf der Museumsinsel (Scheune).

Tenor Julian Prégardien kommt zu einem Liederabend. Foto: M. Borggreve

Veranstalter ist wieder der Verein der Freunde und Förderer des Kulturraum Hombroich und Gestalter wieder Rainer Wiertz, der als Kulturreferent der Stadt Programmchef der Zeughauskonzerte und somit bestens vernetzt ist. "Aber Georg Kröll ist mir ein sehr wichtiger Berater", betont Wiertz, der nicht nur deswegen dem in Köln lebenden, aber Hombroich sehr verbundenen Musiker einen ganzen Tag zugedacht hat. Denn Kröll wird 80 Jahre alt, doch stehen nicht allein seine Werke im Fokus, sondern auch solche von Kollegen, denen er sich nahe fühlt.

Das Ensemble Recherche gestaltet den Pfingstsonntag: Er ist vor allem dem Komponisten Georg Kröll zum 80. Geburtstag gewidmet. Foto: M. Korbel

Pfingstsonntag ist auf der Raketenstation "Kröll-Tag". Der Musikreigen beginnt mit sechs Stücken von ihm ("Ausblick -Einblick"), später stehen weitere an. Aber es gibt auch Werke von Hans Zender und José Maria Sanchez-Verdú, Rebecca Saunders oder Rolf Riehm. Das Orchester des Tages ist das Ensemble Recherche - "eines der führenden in der zeitgenössischen Musik", wie Wiertz sagt. Über die "komplizierte Kunstmusik zeitgenössischer Art" (Wiertz) wird zudem auch gesprochen. Kröll, Riehm und Zender unterhalten sich mit Moderator Jörn Peter Hiekel, der auch die Konzerte begleiten wird. Und Kröll wurde ein weiterer Wunsch erfüllt. Am Vortag, also Pfingstsamstag, gibt es ein Konzert mit dem Stück "Get lost" von Helmut Lachenmann. Dessen Ehefrau Yukiku Suguwara sitzt am Klavier, Sopranistin ist Yuko Kakuta. Ergänzt wird das Konzert von Gyögy Kurtágs "Hipartita für Violine" - gespielt von der Musikerin, für die die Partita geschrieben ist: Hiromi Kukuchi.

Guy Braunstein spielt alle Beethoven-Sonaten für Violine/ Klavier. Foto: NN

Das 15-jährige Bestehen des Musikfestivals Hombroich hat Rainer Wiertz noch zu weiteren ungewöhnlichen Programmpunkten animiert. So hatte ihm der Geiger Guy Braunstein erzählt, dass er gerne alle Beethoven-Sonaten für Violine und Klavier spielen würde. "Mach das doch", lautete Wiertz' Antwort, und er offerierte ihm das öffentliche Inselfestival als Rahmen. So bestimmen die zehn Sonaten, von Braunstein und dem Pianisten Ohad Ben-Ari gespielt, nun die ersten vier Tage des Festivals, sind auf vier Konzerte verteilt - mal um 17 Uhr in der Veranstaltungshalle auf der Raketenstation, mal um 20 Uhr in der Scheune auf der Museumsinsel.

Pianist Ohad Ben-Ari steht Braunstein bei den Sonaten zur Seite. Foto: Ben-Ari

Insgesamt sieht das Programm an den acht Tagen 14 Konzerte vor. Ausführende sind neben den schon Erwähnten das Ensemble Ascolta, das Asasello Quartett, das Composers Slide Quartett, das Trio mit Kit Armstrong (Klavier), Andrej Bielov (Violine), Adrian Brendel (Violoncello) sowie die Solisten Udo Falkner (Klavier), Christophe Desjardins (Viola), Matan Porat (Klavier) und Julian Prégardien (Tenor). Letztgenannter sorgt übrigens musikalisch für "einen versöhnlichen Abschluss", wie Wiertz sagt, mit einem "Romantischen Liederabend". Auch eine "Klangwanderung" ist wieder vorgesehen.

Das Inselfestival spiegelt indes auch die anderen Künste Hombroichs wieder. So zeigt das Field-Institut Werke von Helga Weihs, die Langen Foundation von Otto Piene und J. Parker Valentine. Norbert Lange und Peter Sartorius lesen, und Oswald Egger und Iris Drögekamp präsentieren ihr preisgekröntes Hörstück "Linz und Lunz".

(NGZ)