50 Jahre Élysée-Vertrag: Ein bunter Gruß nach Frankreich

50 Jahre Élysée-Vertrag : Ein bunter Gruß nach Frankreich

Bunte Luftballons in den deutschen und französischen Nationalfarben sind gestern vor dem Rathaus in den Himmel geflogen. Damit feierte die Stadt Neuss, die zu diesem feierlichen Anlass auch das Rathaus entsprechend beflaggt hatte, auf ganz eigene Weise den 50. Jahrestag des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags.

Am 22. Januar 1963 hatten der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer und Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle ihre Unterschriften unter den Élysée-Vertrag gesetzt, der das Ende einer fast hundertjähriger Feindschaft zwischen den beiden Völkern besiegeln sollte. Aus der ehemaligen "Erbfeindschaft" wurde eine starke Freundschaft, die auch heute in Neuss gepflegt wird, etwa mit der Partnerstadt in Châlons.

Die Ballons in den französischen Farben weiß-rot-blau und den deutschen Farben schwarz-rot-gold durften gestern 100 Neusser Schulkinder in den Himmel steigen lassen, schließlich ist der Schüleraustausch zwischen Neuss und Châlons ist nach wie vor der stärkste Pfeiler der Städtepartnerschaft. Bürgermeister Herbert Napp lobte das enge Verhältnis zum französischen Nachbarn, das seit 40 Jahren besteht: am 10. Juni 1972 wurde der Städtepartnerschaftsvertrag mit der französischen Stadt Châlons-sur-Marne — heute Châlons-en-Champagne — unterzeichnet, im vergangenen Jahr war das Jubiläum dieser erfolgreichen Verbindung ausgiebig gefeiert worden.

Die Partnerschaft zeige, so Bürgermeister Napp, dass der Élysée-Vertrag seine Wirkung nicht allein auf oberster staatlicher Ebene zeigt, sondern auch in den Städten und Gemeinden die Freundschaft zwischen Deutschen und Franzosen fördert. Neusser und Châlonnais haben sich den vergangenen Jahren kennen gelernt — mit allen ihren Stärken und Schwächen.

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Das diese Freundschaft mittlerweile soweit ist, auch den ein oder anderen Witz zu ertragen, soll eine Ausstellung zeigen, die gestern im Rathaus eröffnet wurde. Die Schau zeigt Zeichnungen deutscher und französischer Karikaturisten und wirft einen nicht immer ganz ernst gemeinten Blick auf das deutsch-französische Verhältnis. Zu sehen ist die kostenlose Ausstellung "50 Jahre deutsch-französische Freundschaft" bis zum 27. Januar im Foyer des Rathauses.

(NGZ/rl)
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