Neuss: Ein Buch mit 55 Autoren aus dem Kreis

Neuss : Ein Buch mit 55 Autoren aus dem Kreis

Angelika Pampus aus Neuss hat für eine Anthologie die Texte von 55 Autoren aus dem Rhein-Kreis zusammengetragen.

Vor gut 20 Jahren ist die letzte Anthologie mit Texten von Autoren aus dem Rhein-Kreis erschienen — viel zu lange her, befand Angelika Pampus, eine in Neuss lebende Autorin, und nahm sich eines Projektes an, dessen Ergebnis nun im Buchhandel liegt: "Neusser Texte" heißt das Werk ganz schlicht. Es präsentiert Texte von 55 Autoren aus dem Rhein-Kreis und deckt dabei das ganze Spektrum der Literatur ab — von Gedichten über Essays bis hin zu Novellen und Romanauszügen.

Eine Zensur oder ein Aussortieren hat es nicht gegeben, versichert Pampus, "allerdings habe ich ein wenig lektoriert und mir manches Mal aus einer Auswahl von bereitgestellten Texten die besten ausgesucht". Für sie war wichtig, in dem Buch für jeden Geschmack etwas bieten zu können. Und so kommen die Mundart-Freunde ebenso auf ihre Kosten wie die Leser guter Lyrik. Dass es genau 55 Autoren sind, die auf Pampus' Bitte reagiert haben, sei Zufall, erzählt die Autorin, die selbst auch einen Text beigesteuert hat. Aber was sie ganz besonders freut, ist die unkompliziert zustande gekommene Bereitschaft so arrivierter Lyriker wie Norbert Hummelt und Marcel Beyer, bei dem Projekt mitzumachen. "Ich musste mir nur die Lizenzen bei ihren Verlagen holen", sagt Pampus

Grundtenor aller Geschichten und Gedichte soll die Verbundenheit mit dem Rhein-Kreis Neuss sein. Bei der 1951 in Viersen geborenen Angelika Pampus selbst ist dies vielfach ausgeprägt: Sie lebt nach diversen Umzügen innerhalb von Neuss seit einiger Zeit im Stadionviertel, hat zudem einige Jahre in Meerbusch-Büderich gelebt.

"Heimat" ist denn auch ein Begriff, der in vielen, vor allem gereimten Werken fällt, aber er spiegelt sich auch in Texten, die etwa aus den in und um Neuss spielenden Romanen von Christa Döhlings oder Marianne Enzweiler-Hill stammen. Und nicht alles transportiert eine heile Welt, Kabarettist Martin Maier-Bode etwa lieferte zu dem Thema einen seiner Texte für die "Stunk"-Sitzung des Theaters am Schlachthof ab, die bekanntermaßen gerne aufspießt, was sich in der Lokalpolitik tut. Auch ein bildender Künstler wie Christoph Rehlinghaus ist dabei — und zeigt sich in seiner Schrift- genauso unverkennbar wie in seiner Bildersprache.

"Genau neun Monate", so erzählt Pampus lachend, habe es bis zur Fertigstellung des Buches gebraucht. Sie hat dafür auch die Förderer aufgetrieben: Das Kulturamt Neuss, die Jubiläumsstiftung der Sparkasse und der Rhein-Kreis Neuss haben sie unterstützt. Pampus selbst hat ausschließlich ehrenamtlich gearbeitet — und wird das wohl noch das ganze Jahr so halten, denn überall im Rhein-Kreis plant und organisiert sie Lesungen.

"Es macht mir einfach Spaß", sagt sie, hat dafür ihre eigene schreiberische Tätigkeit hintan gestellt, freut sich aber dann doch, wenn sie im nächsten Jahr wieder mehr Zeit dafür hat. Obwohl: Sie kann sich auch vorstellen, in ihrer Funktion als Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller (VS) Düsseldorf in der Landeshauptstadt ein neues Anthologie-Projekt aufzulegen ...

(NGZ/rl)
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