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Neuss: Ein Boulevard für die Stadt

Neuss : Ein Boulevard für die Stadt

Der Entwurf zum Masterplan "Neuss an den Rhein" steht jetzt komplett im Internet. Die öffentliche Diskussion ist eröffnet. Eine Idee: Die Stadt öffnet sich über den Straßenzug Batteriestraße/Europadamm zum Rhein hin.

Am Anfang steht die These: "Die Innenstadt öffnet sich zum Rhein mit einer durchgehenden Neugestaltung des Straßenzuges Rheintorstraße, Batteriestraße, Europadamm": ein Stadtboulevard. Weitere Fragen leiten sich ab: Wird der Europadamm abgetragen und erhält eine niveaugleiche Kreuzung mit der Stresemannallee? Wird der Erftkanal freigelegt? Werden die Zufahrten zur Innenstadt als "Eingangstore" definiert? Ideen, die der Entwurf zum Masterplan "Neuss an den Rhein" nennt.

Um das Masterplan-Verfahren, dass mit viel Getöse und gegen den Widerstand der Verwaltung durchgesetzt wurde, ist es ruhig geworden. Das verwundert, denn es tritt in seine heiße Phase. Eine augenzwinkernde Erklärung versucht der CDU-Planungsexperte Karl Heinz Baum: "Im Masterplan stehen eben viele gute Ideen." Baum, der als damaliger Chef der CDU-Ratsfraktion das Masterplan-Verfahren auf den Weg brachte und heute Vorsitzender des Lenkungsausschusses ist, erhofft sich jetzt eine breite Diskussion – in der Neusser Bürgerschaft und in den politischen Gremien.

Seit einigen Tagen steht der Masterplan-Entwurf im Internet. Am Donnerstag (9.) folgt eine öffentliche Bürgerversammlung. Wird der angedachte Zeitplan eingehalten, sollte die Endfassung zum Masterplan inklusive Handlungskonzept Ende März vorliegen. Baum: "Dann halten wir ein Papier in Händen, das wir nicht in Teilen, sondern als großes Ganzes verstehen müssen." Der Masterplan gebe der Stadtplanung und -entwicklung "für die nächsten 20 bis 30 Jahre wichtige Anhaltspunkte und Leitplanken".

Der Masterplan-Entwurf analysiert zunächst Stärken und Schwächen in fünf Handlungsfeldern: 1. Innenstadt/Hafen, 2. Innenstadt/Rennbahn, 3. Büropark Hammfeld, 4. Hammer Landstraße/Rheinparkcenter, 5. Hafen. Aus dem Ist-Profil leiten Planer Dieter Blase und seine Mitstreiter konkrete Handlungsbereiche ab. Die vier wichtigsten gestalterischen Merkmale:

Bereich I Die Batteriestraße wird mit Licht- und Kunstinstallationen zwischen Stadtmauer und Cretschmarhalle aufgewertet. Die Allee wird reduziert auf Baumtore zur Markierung der Fußgängerquerungen.

Bereich II Der Wendersplatz braucht eine Neugestaltung, die den Eingang zur Stadt, zum Rennbahnpark und zur Hafenmole integriert.

Bereich III Europadamm wird zur Stadthalle mit niveaugleicher Kreuzung zur Stresemannallee zurückgebaut. Die Wiederherstellung des Erftkanals auf der Stadtseite wird in die Alleegestaltung integriert.

Bereich IV Verlängerung des Stadtboulevards über den Scheibendamm bis zum Rhein.

(NGZ/url)