Neuss: Ein aufschlussreicher Graben

Neuss: Ein aufschlussreicher Graben

Neuss An der Stelle, wo im 13. Jahrhundert das Niedertor errichtet wurde, gab es schon früher ein befestigtes Tor, das mit einem Wassergraben zusätzlich geschützt war. Davon ist Sabine Sauer überzeugt, die Archäologin in städtischen Diensten, seit der Bagger am Dienstag Vormittag diesen Graben freilegte. "Das ist neu", versichert Sauer, die derzeit im Hauptstraßenzug an der Niederstraße nach Bodenfunden gräbt.

Neuss An der Stelle, wo im 13. Jahrhundert das Niedertor errichtet wurde, gab es schon früher ein befestigtes Tor, das mit einem Wassergraben zusätzlich geschützt war. Davon ist Sabine Sauer überzeugt, die Archäologin in städtischen Diensten, seit der Bagger am Dienstag Vormittag diesen Graben freilegte. "Das ist neu", versichert Sauer, die derzeit im Hauptstraßenzug an der Niederstraße nach Bodenfunden gräbt.

Der Standort des alten Niedertores war bekannt, so dass in der Bauzeitplanung für das Großvorhaben Hauptstraßenzug Zeit für die Archäologen eingeplant wurde. Diesen Zeitrahmen werden Sauer und ihre Mannschaft ihrer Überzeugung nach aber nicht ausschöpfen. Nächste Woche würden die Grabungen abgeschlossen, erklärt die Archäologin. Trotz des gestrigen Überraschungsfundes.

Die Fundamente des alten Niedertores kann Sauer aufgrund der Mauerstruktur ziemlich eindeutig datieren. Dass der Graben zu einer älteren Befestigungsanlage gehört, macht sie allein an der Beobachtung fest, dass die "Feindseite" des Niedertores, die am Dienstag freigelegt wurde, in diesen Graben reicht. Der muss also zugeschüttet worden sein, um das neue Tor zu errichten. Statt des alten Grabens wurde der Erftmühlengraben gebaut, ergänzt Sauer die Chronologie.

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Ob von dem Vorgängertor noch Reste im Boden zu finden sind, wird erst in der nächsten Woche feststehen, wenn sich die Grabungen etwas weiter stadteinwärts verlagert haben. Dass es eine Stadtbefestigung schon vor dem 13. Jahrhundert gab, hatte Sauer vermutet, seit am Hamtor eine Anlage freigelegt worden war, die ins 12. Jahrhundert zu datieren ist. "Der neue Fund muss das Pendant sein", sagt sie.

Der am Dienstag näher untersuchte Aushub des Materials aus dem alten Graben förderte keine Sensationen zutage.

Mit den gestrigen Grabungen wurde auch ein aus Backsteinziegeln gemauerter Stollen freigelegt, der aber die Archäologen weniger begeisterte. Dieser Stollen, von Leserreporterin Marianne Osterbrink fotografiert, stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist Teil des damaligen Entwässerungssystems. Ein Kanal demnach, der in den Erftmühlengraben führte.

(NGZ)
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