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Neuss: Ein Abend für St. Martin

Neuss : Ein Abend für St. Martin

1400 Kinder aus vielen Schulen der Innenstadt folgten gestern in einem bunten Zug mit ihren Martinsfackeln beim Ritt durch die Stadt. Erstmals stand am Ende eine Bescherung, als am Zeughaus Weckmänner verteilt wurden.

Wer 1400 Kinder froh machen will, der braucht Helfer. Viele Helfer. Das St.-Martinskomitee Altstadt das gestern den größten Umzug in der Stadt zu Ehren dieses Heiligen organisierte, fand diese Helfer auch in der Zukunftsinitiative Innenstadt Neuss (ZIN), die zum Abschluss des großen Lichterzuges vor dem Zeughaus unter dem vollen Geläut der Quirinus-Basilika Weckmänner verteilen ließ. "Zum ersten Mal", wie Thomas Werz von Neuss-Marketing berichtet. In den meisten Schulen der Innenstadt findet die Bescherung allerdings erst heute statt, wenn das Komitee seine Weckmänner ausgibt.

Schöner hätte der Rahmen für den gestrigen Umzug kaum sein können. Trockenes, kühles Herbstwetter brachte auch viele Zuschauer in die Stadt. Unter ihnen zum Beispiel Peter Pott. Er wollte sehen, ob die große Martinsfackel der Marienbergschülerinnen, die er auf Bitten seiner Enkeltochter in seiner Schreinerwerkstatt gebaut hatte, auch beleuchtet gut zur Geltung kam. Er war zufrieden.

Damit Peter Herten, der gestern zum ersten Mal den heiligen Martin darstellte, bei seinem Ritt durch die Innenstadt mit Liedern und Musik begleitet werden konnte, hatte die Vereinigung der Heimatfreunde ihr Martinsliederheft wieder in großer Stückzahl verteilt. Die allerdings blieben nach dem Umzug, als viele Kinder in größeren und kleineren Gruppen "gripschen" gingen, oft in den Hosentaschen. "Viele Kinder wollen gar nicht singen, die wollen etwas haben", sagt der Apotheker und ZIN-Vorsitzende Christoph Napp-Saarbourg, der sich auf ganz viele kleine Besucher eingerichtet hatte, augenzwinkernd. "Aber manchmal bestehen wir darauf."

Schon tagsüber hatten Rolf Lüpertz und Thomas Werz im Auftrag von ZIN Weckmänner an Neuss-Besucher verteilt: 1500 Stück in nur drei Stunden, als 8,3 pro Minute. "Das war fast schon Stress", sagt Werz. "Aber ein schöner."

(NGZ)