Neuss: Ehrenmal in Speck-Wehl wird ersetzt

Neuss : Ehrenmal in Speck-Wehl wird ersetzt

Starker Autoverkehr macht Feierstunden am Ehrenmal unmöglich. Ein Neubau in Kapellenform wird jetzt angegangen.

Lange wurde das neue Ehrenmal geplant, im Frühjahr sollen nun die Arbeiten beginnen: Das Doppeldorf Speck-Wehl erhält ein neues Ehrenmal in Form eines kleinen Kapellchens. Die Bauarbeiten werden wahrscheinlich nicht bis zur Kirmes im Juli abgeschlossen, aber es wird an einer Ausweichlösung für die Totenehrung gearbeitet. In die neue Kapelle sollen Teile aus dem alten Ehrenmal integriert werden.

Zwei Anlässe zwingen den Verein zum Handeln: die Baufälligkeit des alten Ehrenmals "Am Bilderstöckchen" und die Sicherheitsumstände an diesem Standort. Vor zwei Jahren wurden deshalb Neuplanungen in Angriff genommen, die im Mai vorigen Jahres in einer — allerdings auf drei Jahre befristeten — Baugenehmigung mündeten.

Jedes Jahr feiert die Kirmesgesellschaft Speck-Wehl am letzten Wochenende im Juli ihre Kirmes. Einer der festen Programmpunkte in diesen Tagen ist die Kranzniederlegung des Königs am Bilderstöckchen, zu Ehren der in beiden Weltkriegen gefallenen und verstorbenen Mitglieder des Vereins und der Bewohner der beiden Dörfer.

1945 erbauten Specker und Wehler Bürger ein Ehrenmal an der Villestraße (L 142), dem heutigen "Bilderstöckchen". Die Landstraße ist jedoch mit der Zeit zu einer viel befahrenen Straße geworden. "Aufgrund des Lärms und auch wegen der Auflagen der Ordnungsbehörden ist ein würdiges Gedenken an der L 142 zu gefährlich und nicht mehr möglich", berichtet Christoph Hilgers, zweiter Vorsitzender der Kirmesgesellschaft. Während der Zeremonie musste die Feuerwehr immer den Andachtsort sichern.

Aus diesem Grund suchte die Gesellschaft nach einem neuen, würdigen Platz innerhalb der beiden Dörfer — und wurde fündig. Das neue Grundstück befindet sich in Wehl, an der Straße "Am Rott", direkt neben der Gillbachaue. Die Genehmigung und die Anträge sind eingeholt, und die Verhandlungen mit den ausführenden Handwerksbetrieben laufen bereits.

Die Veränderung wurde nicht zuletzt mit Pastor Heinz-Theo Lorenz von der Kirchengemeinde Neukirchen besprochen. Da die alte Gedenkstelle am Bilderstöckchen vollständig abgerissen werden muss, wird versucht, das Portal und den Sandsteinaltar zu retten und in die neue Kapelle zu integrieren. Außerdem werden die Gedenktafeln mit den Namen der im Krieg Gefallenen übernommen. Diese waren erst 2007 um die Namen von zwei bis dahin Vermissten erweitert worden. Zudem soll die Gedenkstätte einen kleinen Glockenturm erhalten.

Die Finanzierung erfolgt überwiegend aus Spenden. Wie viel das Projekt genau kostet, kann der Vorstand nicht sagen, da etwa die Kosten für die neue Glocke noch unbekannt sind. Die Kapelle wird mit einem Fest beider Dörfer eingeweiht.

(NGZ/rl)
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