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Neuss: Edeka-Verwüster muss in die Psychiatrie

Neuss : Edeka-Verwüster muss in die Psychiatrie

Der 32-jährige Neusser, der Ende Februar einen Supermarkt in Neuss vollkommen verwüstet und dort Feuer gelegt hat, muss in die Psychiatrie. Das Entschied am Donnerstag das Düsseldorfer Landegericht.

Er hatte im Edeka-Supermarkt am Berghäuschensweg in Meertal ein Riesenchaos angerichtet: Falko S. war im Geschäft der Familie Niehsen Ende Februar völlig ausgerastet, hatte Regale leergeräumt, Kühlschränke umgeworfen, an verschiedenen Stellen Feuer gelegt und Kunden und Angestellte bedroht.

Jetzt muss er wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung, Körperverletzung und Bedrohung dauerhaft in eine geschlossene Anstalt — das hat das Düsseldorfer Landgericht am Donnerstag entschieden, nur vier Wochen nach der Tat.

Falko S. war nach Überzeugung der Richter zum Tatzeitpunkt offenbar nicht Herr seiner Sinne. "Der Angeklagte hat seit frühester Jugend akute psychische Probleme", wusste auch Andreas Vitek, Sprecher am Landgericht Düsseldorf, zu berichten. Zudem stand er am Tattag auch noch unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen. Diese Mixtur führte letztlich zu einer Tat, die Angestellte und Kunden des Supermarktes am Berghäuschensweg gleichermaßen entsetzte.

Weinflaschen, Chipstüten, Gläser und Konserven warf der 32-jährige Neusser auf den Boden, an drei Stellen verschüttete er Spiritus und legte Feuer. Erst Polizei und Feuerwehr konnten den Mann stoppen, dem sich bei seinem Toben nur eine Angestellt in den Weg zu stellen wagte. Sie war beim ersten Prozesstag vor zwei Wochen als wichtige Zeugin gehört worden.

"Im Prozess hat sich nun herausgestellt, dass er eine Gefahr für die Allgemeinheit ist", so Vitek. "Deshalb wird er nun dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik untergebracht." Der Supermarkt blieb wochenlang nach der Tat wegen Aufräum- und Renovierungsarbeiten geschlossen, der entstandene Schaden liegt laut Gericht bei rund 50.000 Euro.

Ob Falko S. noch jemals wieder auf freien Fuß kommt, ist laut Justiz ungewiss. "Er bleibt solange in der Psychiatrie, bis er nach Meinung eines Gutachters nicht mehr als Gefahr für die Allgemeinheit eingestuft wird", so Gerichtssprecher Andreas Vitek. Derzeit jedenfalls müsse man befürchten, dass der Neusser weitere Straftaten begehe. Eine kurzfristige Heilung jedenfalls scheint ausgeschlossen.

Die schnelle Aufarbeitung der Tat hängt damit zusammen, dass gegen Falko S. bereits ein Verfahren vor dem Landgericht eröffnet worden war. Der Neusser ohne festen Wohnsitz hatte im vergangenen Jahr Ärzte und Pfleger im Lukaskrankenhaus mit einem Messer bedroht und wollte so die Herausgabe der Schlüssel zum "Giftschrank" erzwingen. Angeblich, weil er etwas suchte, um sich umzubringen. Auch als Randalierer, der zum Beispiel parkenden Autos in Serie die Außenspiegel abbrach, war er schon polizeibekannt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Randalierer verwüstet Edeka-Markt

(jco/top)