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Neuss: E-Zigarette: Verwirrung bei Neusser Händlern

Neuss : E-Zigarette: Verwirrung bei Neusser Händlern

Die E-Zigarette boomt und erscheint als harmlose Alternative zum herkömmlichen Glimmstängel. Doch die Rechtslage ist umstritten. Nach der Durchsuchung bei einem Düsseldorfer E-Zigaretten-Händler herrscht Unsicherheit auch bei Verkäufern in Neuss.

Oliver Leuchten, Inhaber der "Rauchbar" an der Neustraße, hat die nikotinhaltigen Liquids vor einigen Wochen aus seinem Sortiment genommen. "Die Rechtslage ist mir zu unsicher", sagt der Händler, der die nikotinhaltigen Flüssigkeiten mehrere Monate verkauft hat. Auch Dirk Fink, Ein- und Verkaufsleiter beim Tabakwarengroßhandel Walfried Bähr, kritisiert die unsichere Rechtslage. "Bei uns werden keine nikotinhaltigen Liquids verkauft", sagt Fink. "Wir haben uns von Anfang an dagegen gewehrt."

Verboten ist der Verkauf nikotinhaltiger Liquids, also der Kartuschen, Kapseln oder Patronen, die beim Betrieb einer E-Zigarette inhaliert werden. Dazu kommt: Wenn eine E-Zigarette mit solchen Liquids betrieben wird, erfüllt sie die Funktion als Applikator eines Arzneimittels und fällt somit unter das Medizinproduktgesetz.

Die Benutzung der E-Zigarette ist bislang jedoch nicht illegal. Der Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums bezieht sich lediglich auf den Verkauf. "Wir werden von vielen Kunden nach den Liquids gefragt, weil sie sie fast nur im Internet zu bekommen sind", sagt Leuchten.

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Die Zigarette die nicht brennt, besteht aus drei Komponenten: einer Kartusche mit Nikotinlösung, einem elektrisch betriebenen Verdampfer und einem Akku. Zieht man am Mundstück, springt das kleine Gerät an und erhitzt die Flüssigkeit. Der entstehende Dampf wird inhaliert und tritt beim Ausatmen als weißes Wölkchen aus dem Mund — er stinkt nicht und sticht auch nicht in den Augen.

Auch Stephan Schmachtenberg, Inhaber vom Otto Ilbertz Tabakwaren Großhandel, nimmt Abstand von den nikotinhaltigen Liquiden. "Ich beliefere meine Kunden nur mit Kapseln, weil die Dosierung da schon vorgenommen wurde." Liquid-Flaschen wie sie im Internet gehandelt werden hält der Großhändler für problematisch. "Da ist schnell eine Fehldosierung möglich." Ob Kontrollen durchgeführt werden, obliegt laut Gesundheitsministerium den städtischen Behörden. Die Stadt Neuss hat bislang noch keine Händler überprüft. "Bislang hat es noch keinen Anlass für Kontrollen gegeben", sagt Stadtsprecher Sascha Severin.

Hier geht es zur Infostrecke: Die wichtigsten Antworten zur E-Zigarette

(NGZ/rl)