Dyckhofstraße: 13 Jähriger verletzt Mutter beim Ausparken mit Auto

Kurioser Unfall in Neuss : 13-Jähriger fährt Mutter mit Auto an

Kurioser Fall an der Dyckhofstraße in Neuss: Ein 13-Jähriger wollte am Donnerstagabend gegen 22 Uhr offenbar eine kleine Spritztour mit dem hauseigenen Auto machen - und verletzte dabei seine Mutter.

Auch am Tag danach sind die Spuren am Ort des Geschehens noch deutlich zu sehen. An der linken Seite des Mercedes fällt eine dicke Delle sofort ins Auge. Zudem fehlt der Außenspiegel. Der Schaden, dessen Höhe aktuell noch nicht beziffert werden kann, ist Resultat eines kuriosen Ereignisses am Donnerstagabend in einem Hinterhof an der Dyckhofstraße.

Was war passiert? Ein 13-Jähriger kam gegen 22 Uhr auf die Idee, eine kleine Spritztour zu machen. Nicht etwa mit dem Fahrrad, wie man es bei seinem Alter vermuten könnte – sondern mit dem Auto. Er schnappte sich die Schlüssel, ging in die Garage und startete den Motor des Mercedes. Allerdings bemerkte seine Mutter, was ihr Sohn vorhat. Sie eilte ebenfalls zur Garage, in der zu dem Zeitpunkt mehrere Autos abgestellt waren, um die Tour zu verhindern. Dabei machte der Teenager nach Polizeiangaben allerdings einen „Fahrfehler“, fuhr seine Mutter an und prallte gegen die Garagenausfahrt. Die 50-Jährige wurde dadurch verletzt und musste vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht werden, obwohl sie eine Behandlung laut Polizei zunächst ablehnte. Nachbarn berichteten unserer Redaktion am Freitag von einem Knallgeräusch und einem Schrei. Auch der Junge wurde bei dem Unfall leicht am Fuß verletzt. Das Auto wurde beschädigt. Die genauen Hintergründe sind noch unklar. Die Polizei schließt aktuell aus, dass der Junge seine Mutter bewusst verletzen wollte. Ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde eingeleitet. Die Ermittlungen dauern an.

Der Hinterhof, in dem sich der Vorfall ereignete, wird videoüberwacht, darauf weist jedenfalls ein entsprechendes Schild hin. Ob das Material – sofern es überhaupt Aufzeichnungen gibt – ausgewertet wird, ist aktuell unwahrscheinlich, da die Sachlage klar scheint. Bei der anstehenden Vernehmung von Mutter und Sohn möchte die Polizei aber noch einmal explizit auf die Gefahren, die durch so ein Verhalten entstehen, aufmerksam machen.

Immer wieder kommt es vor, dass sich Minderjährige die Autos ihrer Eltern für gefährliche Spritztouren leihen. Mitte vergangenen Jahres war ein Neunjähriger in Recklinghausen aus einem Badezimmer ausgebüxt, um mit dem Auto seiner Eltern zur Kirmes zu fahren. Der Junge hatte seine Sitzerhöhung auf den Fahrersitz gelegt und konnte gerade so über das Lenkrad gucken. Das Auto fiel einer Streife gegen 2 Uhr auf.

Ein 16-Jähriger aus Petershausen (Bayern) sorgte ebenfalls für Schlagzeilen, nachdem er sich das elterliche Auto „ausgeliehen“ hatte. Er nahm einen Freund mit – im nicht zugelassenen und nicht versicherten Fahrzeug und hatte obendrein 1,6 Promille. Der Schüler musste sich wegen Trunkenheit im Verkehr und Fahren ohne Fahrerlaubnis verantworten.

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