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Neuss: Durchbruch bei Supermarkt-Planung

Neuss : Durchbruch bei Supermarkt-Planung

Weil ein großer Lebensmittelmarkt am Widerstand der Anwohner gescheitert wäre, plant der Bonner Investor für die Venloer Straße nun eine Nummer kleiner. Kritik gibt es trotzdem – wie auch an Vorhaben in Norf und Reuschenberg.

Weil ein großer Lebensmittelmarkt am Widerstand der Anwohner gescheitert wäre, plant der Bonner Investor für die Venloer Straße nun eine Nummer kleiner. Kritik gibt es trotzdem — wie auch an Vorhaben in Norf und Reuschenberg.

Im zweiten Anlauf hatte die Bonner Terrana Bauprojekt GmbH mit ihrem Vorhaben, an der Venloer Straße einen neuen Supermarkt zu platzieren, mehr Erfolg. Der Planungsausschuss machte mit der Mehrheit von CDU und FDP den Weg zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes frei. "Weil sich der Investor bewegt hat", wie Ingrid Schäfer für die CDU mit Blick auf die Ursprungsplanung feststellt, die schon alleine am Widerstand der Anwohner gescheitert wäre. Und weil man froh sei für jede neue Wohnung, die in dem Quartier entsteht. Denn solche plant der Bonner Investor über dem Markt.

Ursprünglich hatte die Firma Terrana einen Lebensmittelmarkt mit 1600 Quadratmetern geplant, jetzt reduziert sie die Marktgröße — inklusive Backshop — auf 1270 Quadratmeter und bringt die notwendigen Nebenräume in einem Aufbau unter. Damit kann die Firma die geforderten Abstandsflächen zu einem Anwohner einhalten, der anderen Regelungen nicht zustimmen wollte, und kann auch fünf Garagen von Nachbarn unangetastet lassen, die für das größere Vorhaben überplant worden wären. Die Nachbarn hatten klargemacht, dass sie diese nie hergeben würden, und zumindest Michael Giesen (Grüne) zeigte sich überzeugt, dass die Anwohner wohl auch klagen würden.

Der geplante Vollsortimenter ist nur eines von mehreren Ansiedlungsvorhaben in Neuss — und keines ist unumstritten. Das zeigen 1000 Unterschriften gegen den Neubau eines Rewe-Marktes auf dem Norfer Lessingplatz und der Widerstand vor allem von SPD und Grünen gegen einen Rewe auf dem Reuschenberger Kirmesplatz. Beide Verfahren brachte der Ausschuss am Mittwoch eine Runde weiter, nachdem die Verwaltung die Reaktionen auf die offengelegten Pläne referiert hatte. Gegen den Norfer Markt, einstimmig von der Politik befürwortet, wurden 66 Einwände vorgebracht, die nun im weiteren Verfahren geprüft und zum Teil gutachterlich untersucht werden sollen. Im Fall des Reuschenberger Marktes werden vor allem der Bedarf nicht gesehen und negative Auswirkungen auf den Geschäftsbestand an der Bergheimer Straße gefürchtet. Ähnlich argumentieren SPD, Grüne und UWG auch im Falle des Marktes auf der Furth. "Es besteht keine Bedarfslücke", widerspricht Roland Kehl (Grüne) in diesem Punkt den Aussagen des Einzelhandelskonzeptes der Stadt. Er fordert, auf der Fläche einer alten Gärtnerei an der Venloer Straße Wohnraum zu schaffen, wie das der bestehende Bebauungsplan aus dem Jahr 1993 vorsieht. Aber dieser Plan, so hält Planungsdezernent Christoph Hölters dagegen, "ist nachweislich nicht umsetzbar."

Während zumindest in drei Stadtteilen eine Neuansiedlung bekämpft wird, wehrt sich Gnadental gegen die Schließung des Lebensmittelmarktes am Artur-Platz-Weg. Die Stadtverordnete Gisela Hohlmann (SPD) fordert von der Verwaltung, sich für ein breiteres Angebot beim Wochenmarkt stark zu machen und Gespräche mit einer Lebensmittelkette zu führen.

(NGZ)