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Dschungelcamp 2019: Currywurst-Mann Chris Töpperwien spricht über „In 90 Tagen zum Erfolg"

„Der Dschungel war gestern“ : Chris Töpperwien gibt Auswanderern in Fernseh-Show Tipps

Zwei Wochen lang gab der gebürtige Neusser Chris Töpperwien alles, um im Dschungelcamp seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Sprechen möchte er aber nur über sein neues TV-Format. Ein Besuch in Köln.

Die Brille ist immer noch schief. Chris ist noch nicht dazu gekommen, sie nach seiner Rückkehr aus dem australischen Busch gerade zu biegen. Tragen tut er sie trotzdem. Chris sitzt mit überschlagenen Beinen im hinteren Bereich eines Kölner Hotel-Zimmers und lächelt überzeugt. Vor ihm steht eine so gut wie geleerte Tasse roter Tee der Sorte „Fruity Berry“. Mit Honig gesüßt. Direkt wird deutlich: Chris duzt, Chris möchte geduzt werden. Seine Hose ist gewollt zerrissen, die Halsketten – auf einer ist der Schriftzug „Los Angeles“ zu erkennen – klimpern, wenn er gestikuliert, bei der Gel-Frisur saß am Morgen jeder Handgriff.

Die Frau von RTL II macht wiederholt auf das Zeit-Limit von 20 Minuten aufmerksam, das für das Gespräch anberaumt wurde. Ein Zimmer weiter, wo auch das üppige Buffet mit Softdrinks und belegten Baguettes steht, hackt Töpperwiens Manager in den Laptop.

Der Termin in dem nach Blumen duftenden Zimmer ist reines Marketing. Der gebürtige Neusser, der in den vergangenen Wochen als Teilnehmer bei der RTL-Show „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ zumindest eine homöopathische Dosis an bundesweiter Aufmerksamkeit erhielt, möchte sein neues Format „In 90 Tagen zum Erfolg – Auswandern mit Chris Töpperwien“ an den Zuschauer bringen. Der Auftakt war mit einem Marktanteil von 4,7 Prozent beim jungen Publikum – damit ist die Altersklasse der 14- bis 49-Jährigen gemeint – verhältnismäßig enttäuschend. „Es kann immer besser sein. Man ist nie zufrieden im Leben“, sagt Chris mit fast schon poetischem Unterton. Der selbsternannte „Currywurst-Mann“ geht aber davon, dass die Quote in den nächsten Wochen anziehen wird.

Grob zusammengefasst gibt Chris in der Sendung seine Erfahrungen an Menschen weiter, die in die USA auswandern wollen. Vor acht Jahren zog es Chris selbst ins „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Dort tuckerte er mit seinem Currywurst-Truck unter anderem durch Los Angeles. Auch wenn die Dreharbeiten der ersten Doku-Soap-Staffel bereits abgeschlossen sind, stehe er mit seinen Schützlingen noch in Kontakt, um sich über ihr Wohlbefinden hinter dem „großen Teich“ zu erkundigen. Auf sein eigenes Auswandern im Jahr 2011 blickt er nicht ohne Stolz: „Was ich gemacht habe und wie ich es gemacht habe, war schon genau richtig. Heute würde ich mich vielleicht in mehr Geduld üben. Bei mir muss alles immer schnell gehen.“ Für Menschen, die sich selbst eine Existenz in einem anderen Land aufbauen möchten, hat er drei goldene Tipps: Sprache beherrschen, das Land kennen – Kohle haben!

Jede Frage über das neue Format beantwortet Chris, der vor zwei grellen Aufstellern sitzt, die einem den Namen des Senders ins Gesicht brüllen, wohlwollend. Bei Fragen nach dem australischen Busch, in dem es zu diversen Konflikten mit anderen Camp-Teilnehmern gekommen war, wird er jedoch zähneknirschend. „Das war gestern, heute geht die neue Würze los“, sagt der 44-Jährige im feinsten Imbiss-Buden-Sprech.

Informationsfreudiger ist Chris, wenn es um Neuss geht. Fast schon entschuldigend gibt er zu, in der Quirinusstadt noch nie eine Currywurst – er isst ein bis zwei davon im Monat – verspeist zu haben. „Auch wenn ich nicht oft dort bin – Neuss ist und bleibt halt mein Geburtsort.“

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Chris polarisiert. Das weiß er und das will er auch. Natürlich nutzte er seinen Auftritt im Dschungel, um sich als Entertainer auch für höhere Aufgaben im – böse Zungen würden es „Trash-TV“ nennen – zu empfehlen. Anderen Camp-Teilnehmern warf er immer wieder vor, eine „Maske“ zu tragen, die den eigentlichen Charakter verdecken soll. Aber trägt er nicht selbst eine? „Ich bin jemand, der klare Worte spricht und sagt, was er denkt. Ich verstelle mich nicht“, betont er. Was er aus seiner Dschungel-Zeit als wichtigste Erkenntnis mitgenommen hat? Kein Kommentar! Chris möchte beim Werbe-Drehbuch bleiben. Nach einer weiteren Nachfrage hat er dann aber doch eine Antwort parat: „Die Brille ist immer noch schief!“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Kandidat Chris Töpperwien