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Neuss: Dritte Gesamtschule zieht ein

Neuss : Dritte Gesamtschule zieht ein

Im neuen Schuljahr zieht an der Leostraße eine neue Gesamtschule in ein altes Gebäude. Die Stadt hat für Umbaumaßnahmen rund 750 000 Euro bereitgestellt. Jetzt herrscht Optimismus, dass alles rechtzeitig fertig wird.

Das urige, alte Gebäude mit den Tauziehern über der Tür wird verdeckt von einem grauen Container. Olaf Templin sieht ihn heute zum ersten Mal. Der Schulleiter wird in jenem Container für die nächsten drei Jahre arbeiten.

Es wird sein Büro. Vor der Eingangstür liegt noch Bauschutt. Dahinter stehen Farbeimer, dort liegen benutzte Pinsel. An der Tür hängen zwei Zettel in Klarsichtfolien. Darauf steht: "Herzlich Willkommen!" und "Gesamtschule Nordstadt". Daneben das Logo, mit dem der Stadtelternrat erfolgreich für die Errichtung geworben hatte.

Acht neue Lehrkräfte eingestellt

Erst Ende Februar stand fest, dass die Anmeldezahlen ausreichen, damit die dritte Neusser Gesamtschule im kommenden Schuljahr an den Start gehen kann. In den folgenden sechs Monaten hatten und haben Schulleiter Templin, seine Stellvertreterin Ute Deckers und die Stadt viel zu tun. Acht neue Lehrkräfte wurden eingestellt, eine Sekretärin, eine Sozial- und zwei Sonderpädagoginnen.

Ein Gebäude der Hauptschule Weißenberg musste renoviert, Alternativen zum verschimmelten Verwaltungstrakt gefunden und die Mensa für den neuen Pächter umgebaut werden.

Templin erzählt, dass er sich in der Zeit zusätzlich zu seiner Lehrerstelle an der Hulda-Pankok-Gesamtschule etwa 30 Stunden in der Woche mit seiner neuen Schule beschäftigte. "Wenn man so etwas anfängt, muss man es auch richtig machen", sagt der überzeugte Gesamtschulpädagoge. Außerdem habe es ihm auch viel Spaß gemacht. Größtes Erfolgserlebnis: Mit etwa 70 Helfern hat Templin die sieben Klassenräume gestrichen. Lehrer, Eltern und Schüler haben mitgemacht, sogar Abiturienten von Templins alter Schule in Düssseldorf. Einen ganzen Tag — den 16. Juli — hat es gebraucht.

Jetzt strahlen die Wände in "Brombeere" und "Kastanie". "Für die Identität der Schule war das super", schwärmt Templin. Auch Dezernentin Christiane Zangs ist begeistert: "Ich finde es großartig, wie sich Eltern und Schüler einsetzen, obwohl sie noch keinen Tag Unterricht an der Schule hatten." Zangs führt das auch auf die charismatische Schulleitung zurück. "Es ist toll mit wie viel Enthusiasmus die rangehen. Das wird unsere Schullandschaft bereichern", sagt sie.

Zangs hat für die dritte Gesamtschule immerhin 750 000 Euro locker gemacht (siehe Info). Dabei stand zwar "Funktion vor Aussehen", doch in dem alten Gebäude sieht es richtig wohnlich aus.

Lediglich in der Mensa herrscht absolutes Chaos. Alte Kühlschränke, ein Herd, Holzplatten und eine Spüle stehen noch herum. Der gefundene Pächter will frisch kochen und benötigt dafür eine neue Ausstattung und eine Trennwand, um die Vorschriften des Gesungheitsamtes zu erfüllen. Wo die Schüler in drei Wochen am Tisch sitzen, lagern derzeit Küchengeräte. Die Arbeiten sind noch nicht weit, doch Templin ist Optimist: "Das wird schon. Wenn nicht, improvisieren wir halt für ein paar Wochen."

(NGZ/rl)