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Neuss: Dreikönigenschule zieht um

Neuss : Dreikönigenschule zieht um

Trotz Sanierung ist die Belastung durch den Giftstoff PCB in der Dreikönigenschule noch immer zu hoch. Die Grundschule bleibt geschlossen. Die Schüler und Lehrer müssen auf unbestimmte Zeit ans Hammfeld umziehen.

Schüler und Lehrer der Dreikönigenschule können in der kommenden Woche, wenn die Sommerferien enden, nicht mit dem Unterricht beginnen: Wie die Stadt gestern mitteilte, bleibt die Grundschule bis auf weiteres geschlossen. Der Grund: Trotz Sanierung ist die Schule weiter mit dem Giftstoff PCB belastet. "Die Sanierungsarbeiten an der Grundschule haben noch nicht in allen Bereichen zu zufriedenstellenden Laborwerten geführt", teilt Stadtsprecher Michael Kloppenburg mit.

Er kündigte gestern an, dass sich der Schulbeginn für die rund 170 Grundschüler verzögern wird — die Stadt verlängert die Ferien um eine Woche bis zum 28. August. Doch auch danach wird die Dreikönigenschule nicht wieder geöffnet, die Schüler müssen umziehen: Ins Berufsbildungszentrum Hammfeld. Dort hat der Rhein-Kreis Räume geschaffen.

"Die bestehenden Bildungseinrichtungen sind dort näher zusammengerückt", sagt Jürgen Steinmetz, Vertreter des Landates. Sieben Klssenräume und ein Raum für den Offenen Ganztag stehen nun zur Verfügung. Für die Kinder soll ein Bus-Transfer zwischen der Dreikönigenschule und dem Hammfeld eingerichtet werden.

Für die Eltern ist die Nachricht über die Schulschließung ein Schock, aber gleichzeitig die Bestätigung lang gehegter Befürchtungen. "Das zeigt, dass die PCB-Belastung der Schule doch höher ist als von der Stadt bislang angegeben", sagt Volker Hamann vom Förderverein der Dreikönigenschule. Lange sei die Gefahr von der Verwaltung heruntergespielt worden, so sein Eindruck. Die Stadt Neuss hatte die PCB-Messungen — die Belastung der Schule mit dem krebserregenden Stoff war jahrelang bekannt — erst nach massiven Elternprotesten begonnen.

Danach hatte sie auf Transparenz gesetzt, und alle Messergebnisse veröffentlicht — und dabei stets betont, dass eine kurzfristige Sanierung durch Abdichten der Räume möglich sei. Es war die kostengünstigste Variante, die Fugen durch eine Spezialfirma so schließen zu lassen, dass kein PCB mehr nach außen dringt.

Über eine weitergehende Sanierung — auch ein Neubau ist im Gespräch — wollte der Schulausschuss nach den Sommerferien beraten. Die Dreikönigenschule dürfte angesichts der aktuellen Ereignisse nun ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Denn noch ist offen, wann und ob die Schule wieder geöffnet werden kann. Die Stadt spricht in Bezug auf die Räume im Hammfeld von einer "Übergangslösung". Genauere Angaben seien nicht möglich, so Stadtsprecher Michael Kloppenburg. Bürgermeister Herbert Napp kündigte unterdessen an, die Verwaltung werde der Schule alle möglichen Hilfestellungen geben. Auch die Eltern sollen kontinuierlich über aktuelle Entwicklungen informiert werden.

(NGZ/rl)