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Neuss: Dreckecken in der Nordstadt

Neuss : Dreckecken in der Nordstadt

Der Nordstädter H.-Jürgen Stumme ärgert sich über Taubendreck und Müll, etwa am Theodor-Heuss-Platz, an der Bahnunterführung und an der Zufuhrstraße. Lösungen zu finden ist allerdings mühsam.

Eigentlich sollte der Haus Rucker-Turm auf dem Theodor-Heuss-Platz die Nordstadt verschönern, Anziehungspunkt und künstlerisches Element sein. Doch mittlerweile liegt in dem Turm zentimeterhoch der Taubendreck. "Das ist doch nicht der offizielle Taubenschlag von Neuss", sagt H.-Jürgen Stumme. So aber sieht das Kunstwerk aus. Stumme lebt seit 40 Jahren in der Nordstadt. Ihm fallen, wenn er in seinem Stadtteil unterwegs ist, immer wieder Ecken auf, die er als Schandflecken bezeichnet. Wie eben den Haus Rucker-Turm, das "Tor zur Nordstadt" direkt vor der Post.

H.-Jürgen Stumme würde "seinen" Stadtteil gern schöner sehen. Er moniert vor allem den Taubendreck an den Bahnbrücken, etwa an der Further Straße. Foto: Woi

Ähnlich sieht es an der Bahnunterführung über die Further Straße aus. "Auch hier ist alles voll mit Taubendreck", sagt Stumme und zeigt auf die weißen, nicht zu übersehenden Flecken an den Wänden der Bahnbrücke.

Ein Grünstreifen an der Zufuhrstraße mutet fast wie eine Müllkippe an. Foto: Woi

Auch Ratten zu sehen

Von dort aus läuft Stumme die Further Straße hinunter bis zum Fußweg, der links von der Straße abgeht parallel zur Zufuhrstraße Richtung Marienstraße. Auf dem Grünstreifen liegen leere Getränkedosen, Reste von Plastikverpackungen und Zigarettenstummel. "Regelmäßig kann man hier auch Ratten sehen", sagt Stumme und schüttelt den Kopf. Eine ähnliche Stelle hat er am Bahnhofseingang ausgemacht, der an der Zufuhrstraße liegt. Auf einem kleinen Stück Rasen neben einer privaten Garage liegt sogar ein halbes Fahrrad und noch mehr Müll. Aber etwas Positives will Stumme doch herausheben. "Am Gare du Neuss ist wirklich viel passiert", sagt er und wirkt auch stolz auf seinen Stadtteil. Denn eines ist ihm wichtig. Trotz seiner Kritik "lebe ich hier unheimlich gern", sagt Stumme.

Das Taubenproblem, gerade in Innenstadt und Nordstadt, ist auch dem Stadtverordneten Andreas Hamacher (CDU) gut bekannt. Eine wirkliche Lösung ist aber nicht in Sicht. Die Einrichtung von Taubenschlägen — drei wären nötig — aus denen die echten Eier gegen künstliche ausgetauscht werden, um so die Population zu kontrollieren, scheiterte bei den Etatberatungen an den Kosten.

Mehr als 50.000 Euro würde allein die Einrichtung der Schläge kosten plus die Pflege. Das habe Hamacher zuletzt mit Umweltdezernent Horst Ferfers besprochen. "Er sagte mir, dass allein für die Pflege eine volle Stelle nötig sei", sagt Hamacher. Trotzdem will er versuchen, die Taubenschläge in den Etatberatungen für das kommende Jahr durchzuboxen. Selbst wenn die eingerichtet werden, dauere es noch einige Jahre, bis es eine spürbare Veränderung gebe.

25 Müllsäcke in kurzer Zeit

Ratloser ist er bei der Müllproblematik. Bei einer großen Saubermach-Aktion hatten er und zahlreiche Helfer zuletzt innerhalb von zweieinhalb Stunden 25 Müllsäcke voll gesammelt. "Und nach ein paar Tagen sah es wieder so aus wie vorher", sagt Hamacher, der als Ursache den hohen Durchgangsverkehr ausmacht. Autofahrer würden ihre Tüten sogar oftmals aus dem Fenster werfen. "Da bin ich mittlerweile auch schon etwas ratlos", sagt Hamacher.

(NGZ)