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Dorint-Direktor bemüht sich um Normalität im Umgang mit Neusser Karnevalisten

Dorint-Direktor bemüht sich um Normalität im Umgang mit Neusser Karnevalisten : Irritation um Karnevals-Hofburg

Statt ins Dorint ziehen die Neusser Tollitäten am Mittwoch ins Hotel Holiday Inn. Warum?

Zum Prinzenfrühstück auf persönliche Einladung der Sparkasse hatte Marco Bensen seinen vom Präsidium des Karnevalsausschuss (KA) abgelehnten Brauchtumsbeauftragten Jörg Schulte demonstrativ begleitet. Klare Botschaft dieser Geste des neuen Hoteldirektors: Ich lasse mir nicht diktieren, wem ich welche Aufgabe anvertraue. Doch der neue erste Mann im Dorint-Kongresshotel sendet auch andere Signale. „Ich hoffe sehr, dass wir mit dem KA-Präsidium wieder ins Gespräch kommen. Das kann sowohl für uns als auch für den Karneval bereichernd sein.“

Doch erst einmal sind alle Kontakte abgebrochen. Statt – wie schon fest vereinbart – am Montagabend aus dem Dorint wieder die Hofburg des Prinzenpaares zu machen, ziehen die Neusser Tollitäten am Mittwoch als Gäste ins Hotel Holiday Inn ein. Die Vereinbarung mit diesem Partner gilt bis auf weiteres, berichtet KA-Präsident Jakob Beyen, der schon vorher Prinzenfrühstück (für das in der Bürgergesellschaft eingedeckt wurde) und  Prinzenmahl aus dem Dorint abgezogen hatte. Das wird nun bis 2023 im Zeughaus serviert. Solche Wendungen nimmt Bensen sportlich. „Das ist eine wirtschaftliche Entscheidung des KA“, sagt er. Aber er sagt auch: „Wir wären gerne Hofburg geworden.“

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Dass die in Jahren gepflegte Partnerschaft zerbrochen ist, scheint auf eine Privatfehde zurück zu führen zu sein, die das KA gegen Schulte führt – und Schulte gegenüber den Mitgliedsvereinen als „Schuldigen“ erscheinen lässt. Der  ist selbst im Karneval engagiert und hatte sich 2018 auch um das Amt des Vize-Präsidenten bewerben wollen – gegen den Wunsch des KA. Zu den Animositäten mag auch geführt haben, dass Schulte den Wunsch äußerte, aus dem Engagement des Dorint, das etwa beim Prinzenfrühstück zuletzt 43 geladene Gäste des KA aushalten durfte, etwas mehr PR-Kapital schlagen zu wollen. Wie auch immer: Der KA lehnt ihn als Verhandlungs- und Gesprächspartner ab.

Mit diesen persönlichen Befindlichkeiten habe das Hotel nichts zu tun, sagt Bensen. Er sei neu in Neuss unbelastet. „Ich strebe eine normale Zusammenarbeit an“, sagt er.