DLRG klärt Kindergartenkinder über Gefahren beim Baden im Rhein aus

Lehrstunde am Rhein in Neuss : Gefährlicher Sommerspaß am Rhein

Die DLRG klärt Kindergartenkinder und deren Eltern über die Gefahren auf, die beim Baden im Fluss drohen. Ein Holzstück hilft den Rettern bei der Unterrichtsstunde am Rhein, gefährliche Strudel sichtbar zu machen.

504 Personen sind im vergangenen Jahr nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bundesweit ertrunken. Oftmals war die Ursache, dass Risiken und Gefahren an Badestellen unterschätzt oder nicht wahrgenommen werden. In Neuss ist der Rhein eine Gefahrenquelle, derer sich viele Menschen nicht bewusst sind, wie die zahlreichen Einsätze der DLRG-Wasserrettung am Rhein zeigen.

Um vor Gefahren am Rhein zu warnen und Eltern sowie Kinder zu sensibilisieren,  kamen am Samstag Helfer der DLRG ins Familienzentrum „Friedens-brücke“ in Uedesheim. Das liegt nur einige hundert Meter vom Rhein entfernt und nutzt den Fluss gerne als Ausflugsziel. Die Veranstaltung sei auf Wunsch vieler Eltern zustande gekommen, erklärt Sigrid Lucas, die Leiterin der Einrichtung. „Sicherheit am Rhein war ein Thema“, sagt sie, das beim Elternabend aufgekommen sei.

Die Umsetzung dieser Anregung erfolgt zweigeteilt. Bereits vergangenen Mittwoch waren Melvin Beuermann und Christoph Claßen in der „Friedensbrücke“ und haben dort mit den Kindern gesprochen. Vergangenen Samstag besuchten auch Eltern die Veranstaltung und konnten Fragen stellen, bevor gemeinsam der Wachtposten der DLRG am Fähranleger Uedesheim besucht wurde.

Gerade Kinder sehen die Gefahren nicht, welche der Rhein durch seine Strömungen, die Schifffahrt und schlechte Sicht unter Wasser birgt, sagte Beuermann. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder immer beaufsichtigen. Wichtig dabei sei, immer in Reichweite zu sein, wie Beuermann und Claßen hinzufügen. Und zwar in „tatsächliche Reichweite“. Das heißt, dass man lediglich den Arm ausstrecken muss,  und das Kind direkt halten kann.

Christoph Claßen,  der im vergangenen Juli half, drei Kinder im Altervon fünf, sechs und acht Jahren vor dem Ertrinken zu retten, vergleicht den Rhein mit der A1. Kinder am Rheinufer im knöcheltiefen Wasser spielen zu lassen, sei „als ob man sie zum Spielen auf den Standstreifen einer Autobahn stellt“.

Eine Mutter findet es „grob fahrlässig“, wenn Kinder ins Wasser gelassen würden. Die   Veranstaltung dazu fand sie sehr informativ.

Am Rhein selbst dienten ins Wasser geworfene Holzklötze zur Veranschaulichung, wie die Strömungen verlaufen. Im Schnitt fließt der Rhein mit einer Geschwindigkeit von sechs Metern pro Sekunde. Am Ufer etwas langsamer, in der Mitte schneller. Aber nicht immer, wie Claßen mit einem Holzstück belegt, das sich fast nicht weiter bewegt, sondern kleine Kreise beschreibt. In Ufernähe, so seine Erklärung, „hat sich ein Strudel gebildet, den man an der Oberfläche nicht sehen kann.“ Sollte man, entgegen der Empfehlungen, doch im Rhein schwimmen und in die Strömung geraten, rät die DLRG: Ruhig bleiben und nicht  versuchen, gegen die Strömung anzukämpfen und sich stattdessen treiben lassen.

Nicht nur leichtsinnige Schwimmer sind in Gefahr. Jeder, der versucht einen Ertrinkenden aus dem Rhein zu retten – DLRG oder nicht – begibt sich selbst in Lebensgefahr, warnt Melvin Beuermann.

Jan ist sechs Jahre alt und hat gut zugehört. „Es gibt gefährliche Strömungen“, deshalb solle er nicht ins Wasser gehen, fasst er das Gelernte zusammen. Eine Einsicht, die er vielen Leuten voraus hat.

In einer vorigen Version dieses Artikels hieß es DLRG Wasserwacht. Die Begrifflichkeit stimmt nicht, wir haben den Fehler korrigiert und „Wasserrettung“ geschrieben.

Mehr von RP ONLINE