DLRG-Helfer aus Neuss wird für die Rettung von drei Kindern aus dem Rhein geehrt

DLRG-Landesverband : Neusser erhält den Lebensretter-Award

Thomas Tscheuschner konnte im Sommer bei zwei Einsätzen auf dem Rhein fünf Menschenleben retten. Dafür wurde ihm jetzt im Landtag gedankt. Er  kennt auch die Schattenseite und musste am Kaarster See ein totes Kind bergen.

Thomas Tscheuschner ist am Tag seiner Geburt bei der DLRG als Mitglied angemeldet worden und mit der Lebens-Rettungs-Gesellschaft groß geworden. In Tausenden Ausbildungs- und Einsatzstunden hat er bei der DLRG ein Gespür für brenzlige Situationen entwickelt. Deshalb war der 37-Jährige im Sommer 2018 zwei Mal zum entscheidenden Zeitpunkt am richtigen Ort und rettete insgesamt fünf Menschen vor dem Tod durch Ertrinken. Vor allem die Rettung von drei Kindern im Alter von fünf, sechs und acht Jahren aus dem Rhein sorgte für Schlagzeilen und machte den Holzheimer überregional bekannt. Die Hamburger Beiersdorf AG verlieh ihm und dem Strömungsretter Christoph Claßen den „Nivea Preis für Lebensretter“, jetzt adelte auch der DLRG-Landesverband den Mann aus der Ortsgruppe Neuss.

Zum Lebensrettungs-Award gab es auch eine Taucheruhr. Foto: M. Scheich

Am Dienstagabend überreichten ihm DLRG-Landespräsident Reiner Wiedenbrück und Landtags-Vizepräsidentin Carina Gödecke im Düsseldorfer Landtag den „Lebensrettungs-Award“. Diese Auszeichnung wurde zum ersten Mal verliehen. Tscheuschner war einer von zwei Ausgezeichneten in der Kategorie „Rettung aus Lebensgefahr“. Das Geleistete werde selbst in den DLRG-Gliederungen gar nicht so herausragend beurteilt, sagte Wiedenbrück. „Da heißt es dann oft: Das ist doch keiner besonderen Erwähnung wert. Aber das ist es eben doch“, betonte er.

Lutz Seebert, Einsatzleiter der DLRG in Neuss, gönnt Tscheuschner diese Ehrung „Thomas ist einer von denen, die immer da sind“, sagt er. „Und das nicht nur im Wachdienst in Uedesheim am Rhein.“ Dort war Tscheuschner im heißen Sommer mehr als 300 Stunden präsent. Zum Glück für drei kleine Kinder auch auch am 8. Juli.

An diesem Tag war er mit dem Rettungsboot „Rheinadler Neuss“ auf Patrouillenfahrt. Mit an Bord: Strömungsretter Claßen und – zu Ausbildungszwecken – zwei Mitglieder aus dem Jugendeinsatzteam. Die Fahrt war schon fast beendet, als Tscheuschner die drei spielenden Kinder auffielen – die plötzlich durch Sog und Wellenschlag eines Schiffes ins Wasser gezogen wurden. „Wir kennen diese Stelle in Höhe des Himmelgeister Fähranlegers als besonders gefährlich und üben dort häufig“, sagt Tscheuschner. Claßen rettete ein Kind, das schon unter Wasser geraten war, und brachte es ans Ufer, die Bootsbesatzung nahm die beiden anderen Kinder auf.

Nur zwei Wochen später verunglückten an gleicher Stelle zwei junge Frauen – und Tscheuschner war wieder zur Stelle. Eine musste beatmet werden, erinnert er sich. Tote gab es nicht, doch kennt der Neusser auch diese Seite seiner Arbeit: „Ich war dabei, als am Kaarster See ein Vierjähriger tot geborgen wurde.“

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