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Digitalisierung in Neuss: „Rot Grün plus“ verteidigt die Stadt

Neusser Schullandschaft : Digitalisierung: „Rot Grün plus“ verteidigt die Stadt

Nach der heftigen Eltern-Kritik an der IT-Infrastruktur an Schulen springen SPD, die Grünen und Co. für die Verwaltung in die Bresche.

Es war scharfe Kritik, die Eltern in der vergangenen Woche in Richtung Stadtverwaltung wegen vermeintlich mangelhafter IT-Infrastruktur an einigen Neusser Schulen äußerten. Laut Dirk Jansen, Vorsitzender des Stadtelternrats, herrsche „große Sorge“, ob der Distanzunterricht überall mit Blick auf die Internetversorgung überhaupt gepackt werden könne. Ein Vater von zwei Söhnen, die das Nelly-Sachs-Gymnasium besuchen, wandte sich in einem Offenen Brief an Bürgermeister Reiner Breuer, Schuldezernentin Christiane Zangs, den Vorsitzenden des Schulausschusses, Ralph-Erich Hildebrandt (SPD), sowie die Schulverwaltung, in dem er den Beteiligten „eklatante Versäumnisse“ während der Sommermonate vorwirft.

Die Kooperation aus SPD, Grünen und UWG/Aktiv („Rot Grün plus“) hat nun auf diese Äußerungen reagiert und erklärt in einer Mitteilung, dass die Stadt Neuss in den vergangenen Wochen „wichtige Grundsteine“ für den Distanzunterricht gelegt habe, wie Ralph-Erich Hildebrandt betont. Das habe ein „umfangreicher Sachstandsbericht“ ergeben, den die neue Ratsmehrheit für die Quirinusstadt beantragt habe. Laut des Schulausschuss-Vorsitzenden sei man „auf einem guten Weg, gleichwohl gibt es noch Hausaufgaben, die wir jetzt schnell erledigen müssen“.

Beim Thema Glasfaser müsse zur Optimierung der in allen Schulen schon länger vorhandenen Internet-Anschlüsse nur noch in wenigen Einzelfällen daran gearbeitet werden, bestehende Kupferleitungen in den Gebäudetrakten der Schulen durch Glasfaser auszutauschen. Diese Arbeiten sollen bis spätestens Ende März abgeschlossen sein. Alle Schulen verfügten außerdem bereits über eine ausreichende W-Lan-Versorgung für den digitalen Unterricht. Teilweise müssten aber „Access-Points“ neu platziert und ergänzt werden. „Wichtig ist, dass entsprechende Hinweise der Schulen schnell von Technikern abgearbeitet werden“, sagt Carsten Thiel von der UWG. Neben der Tatsache, dass man wegen des verstärkten Zugriffs auf Lernmanagementsysteme und Videokonferenzen zusätzliche Serverkapazitäten geschaffen habe, sei die Stadt Neuss beim Thema „Ausstattung mit Endgeräten“ weiter als viele andere Städte. So seien bereits im Sommer 1200 iPads beschafft worden – noch vor den Förderprogrammen von Bund und Land.

Dieses Lob in Richtung Stadtverwaltung teilt die FDP nicht. Im Gegenteil. Sie schreibt in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung sogar von einem „Totalausfall der Verwaltungsspitze bei der Sicherstellung eines ordentlichen digitalen Unterrichts“. Die beschafften iPads seien „ganz nett“, eignen sich nach Darstellung des FDP-Vorsitzenden Michael Fielenbach und seines FDP-IT-Experten Horst Weiner nicht für die Erfassung oder Bearbeitung von längeren Texten oder mathematischen Aufgaben. Ein Zugriff auf die IT der Schule beziehungweise der Programme, die dort eingesetzt werden, sei nicht möglich, „schon gar nicht über iPads“, betonen beide.