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Neuss: Die Wallfahrts-Helfer im Hintergrund

Neuss : Die Wallfahrts-Helfer im Hintergrund

Die Quirinus-Oktav steuert auf den Höhepunkt zu. Damit zum Festgottesdienst mit Schreinprozession am Sonntag das Gotteshaus herausgeputzt ist und die Liturgie in feierlichem Rahmen gefeiert werden kann, rühren sich im Hintergrund viele fleißige Hände – vor allem von Ehrenamtlichen.

Die Quirinus-Oktav steuert auf den Höhepunkt zu. Damit zum Festgottesdienst mit Schreinprozession am Sonntag das Gotteshaus herausgeputzt ist und die Liturgie in feierlichem Rahmen gefeiert werden kann, rühren sich im Hintergrund viele fleißige Hände — vor allem von Ehrenamtlichen.

Sorgt für festliche liturgische Gewänder: Küster Stefan Schmitz Foto: L. Berns

Den Vergleich der Quirinus-Wallfahrt mit einem mittelständischen Unternehmen hört Oberpfarrer Monsignore Guido Assmann nicht so gerne. Aber er gibt zu: "Wir beschäftigen viele Menschen." Menschen wie Resi Ismeier, die sich für die Quirinus-Oktav eine Woche Urlaub genommen hat, um den Schriftenstand zu betreuen, Pilgerandenken zu verkaufen, Ordnung in den Garderobenschränken der Messdiener zu halten und, und, und. "Ich bin fast von morgens bis abends hier", sagt die Gärtnerin in Diensten der Stadt Dormagen, die in der Festwoche zur rechten Hand von Küster Stefan Schmitz wird.

Bietet Pilgerandenken und Opferkerzen an: Resi Ismeier. Foto: Berns

Die Quirinus-Gemeinde ist klein, mit ihren 3340 Seelen nicht einmal halb so groß wie St. Marien und kleiner auch als die Gemeinde Heilige Dreikönige, die ebenfalls zum Seelsorgebereich Neuss-Mitte gehören. Aber für die inzwischen vierte Quirinus-Wallfahrt hat sich eine große Zahl der Gemeindemitglieder einbinden lassen. Zu denen zählt Monsignore Assmann auch die 60 Ministranten oder den 40-köpfigen Münsterchor, die Anteil haben an der festlichen Liturgie dieser Woche. Zu ihnen gehören sicher auch die Kinder aus der Kita St. Quirin, die einen eigenen Beitrag leisten. Aber den sieht jeder. Die Arbeit der Helfer im Hintergrund dagegen werde vielen erst bewusst, gibt Assmann zu, wenn sie unerledigt bleibt. Wenn es keine Opferkerzen gibt, keinen Fahnenschmuck am Freithof, kein Beiern zum Auftakt des Quirinusfestes. "Dafür sagt man eigentlich viel zu selten Danke", sagt Assmann.

So groß die Helfergruppe auch ist — zum Putzen sind es zu wenige. Das erledigt längst eine Fachfirma, die freitagabends das Münster sauber macht — bis auf Krypta, Empore und Sakristei, wo alleine Margarete Schleppers den Besen schwingen darf. Um das Münster herum wiederum achtet Josef Grenzer auf Sauberkeit und Ordnung. Aber nicht nur. Längst ist auch der Blumenschmuck allein das Metier des gelernten Maschinenschlossers, der das Münster am Sonntag in die Stadtfarben Rot und Weiß tauchen wird. Dieses Talent hat Grenzer erst spät entdeckt, während andere über ihren Beruf zum Kirchenengagement kamen. Wie Maria Pulver, die gelernte Paramentenstickerin, die sich um die Kirchenwäsche kümmert — und davon wird in dieser Woche Massen gebraucht.

(NGZ)