Dominik Baum Und Oliver Ingenhoven: Die Volksbank will am "Quirinus" bauen

Dominik Baum Und Oliver Ingenhoven: Die Volksbank will am "Quirinus" bauen

Die "Münsterschule" ist verkauft. Werden dort Wohnungen entstehen? Die Ölmühle C. Thywissen wirbt weiterhin für Büros.

Herr Baum, Sie haben eine alternative Planung mit Büros für das Münsterschul-Areal erarbeiten lassen. Was haben Sie gegen Wohnbebauung?

Verschiedene Ansichten von dem möglichen Bürogebäude auf dem Münterschul-Areal (im Uhrzeigersinn): Blick von der Cretschmarhalle, von Nordwesten, von der Hessentorbrücke sowie von Südosten.

Dominik Baum Luftlinie keine 500 Meter entfernt produzieren und arbeiten seit Jahrzehnten Industriebetriebe wie die Ölmühle C. Thywissen, aber auch Walter Rau, Thomy, die Plange-Mühle und bald das neue Pierburg-Werk rund um die Uhr. Dabei können Lärm, Gerüche oder weitere Emissionen entstehen. Für die Industrie sind vom Gesetzgeber andere Emissionen vorgesehen, als für Wohnbebauung. Deswegen muss es einen Puffer zwischen Wohnbebauung und Industrie geben, um diese Diskrepanz zu entzerren. Ansonsten ist eine Weiterentwicklung unserer Betriebe unmöglich und wir müssten in letzter Konsequenz schließen. Das kann doch keiner wollen.

Verschiedene Ansichten von dem möglichen Bürogebäude auf dem Münterschul-Areal (im Uhrzeigersinn): Blick von der Cretschmarhalle, von Nordwesten, von der Hessentorbrücke sowie von Südosten.

Diese Probleme würden aufgelöst, wenn auf dem Münsterschul-Areal Büros statt Wohnungen stehen?

Verschiedene Ansichten von dem möglichen Bürogebäude auf dem Münterschul-Areal (im Uhrzeigersinn): Blick von der Cretschmarhalle, von Nordwesten, von der Hessentorbrücke sowie von Südosten.

Baum Ja. In Büros ist am Abend Dienstschluss. Da kann niemand in seiner Nachtruhe gestört werden.

Bürgermeister Napp hat am Donnerstag den Hauptausschuss unterrichtet, dass das Grundstück wie geplant an den Investor Bouwfonds/Kontrola verkauft wurde, der dort Wohnungen bauen will. Was bedeutet der Verkauf für Sie?

Baum Wir hoffen, dass der Investor, der übrigens eine 100-prozentige Tochter der Rabobank ist, unsere alternative Planung noch einmal sorgsam prüft. Wir haben dem Investor und der Stadt unseren schnell umsetzbaren Lösungsvorschlag und die Planungen des Architekten Oliver Ingenhoven vorgestellt. Die erste Reaktion war positiv. Wir haben seither aber nichts mehr gehört. Dass der Kaufvertrag unterzeichnet ist, haben wir von Dritten erfahren. Wir wissen nicht, was der Verkauf für uns bedeutet. Wir sind weiter gesprächsbereit, weil wir Neuss mitgestalten und attraktiver machen wollen. Wir wollen keine Konfrontation.

Herr Ingenhoven, was planen Sie für das Münsterschul-Areal konkret? Was ist neu an Ihrer Planung?

Oliver Ingenhoven Der Bau eines einzigen Bürogebäudes ermöglicht es, die Grünkante vom Zeughaus bis zum Glockhammer entlang der geplanten Immunitätsmauer durchzuziehen. Es würde ein Solitär in einem parkähnlichen Gelände entstehen, der die Blickachse zwischen Quirinuskirche und Marienberg-Kapelle freilässt. Wir nehmen also die historische Stadtsilhouette auf.

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Welche Vorteile hat ein Bürogebäude im Vergleich zur Wohnbebauung?

Ingenhoven Es ist nicht so dominant und es lässt mehr Freiraum, weil wir keine Privatsphäre für die Bewohner schaffen müssten. Wir würden die Traufhöhe der Bebauung Quirinusstraße anpassen und wir benötigen keine Unterkellerung. Es wird keine Erschütterungen geben. Parkplätze wären sicherlich in der Cretschmar-Halle vorstellbar.

Was sagen Sie denen, die Menschen in die City holen wollen und darum für Wohnbebauung plädieren?

Ingenhoven Wir schaffen Ersatz an einer anderen Stelle. BAUM Wir bringen in der Volksbank Düsseldorf Neuss den Investor mit. Die Bank will das neue Gebäude komplett nutzen. Wir haben dem Bouwfonds mit dem Grundstück auf der Zollstrasse eine viel geeignetere, schönere und größere Fläche für Wohnbebauung angeboten.

Wäre das umsetzbar?

Ingenhoven Die tolle Innenstadtlage, die fantastische Rundumaussicht und die exzellente Infrastruktur prädestiniert die freiwerdende Volksbankimmobilie zu einem städtebaulichen Musterbeispiel für den aktuellen Trend, Gewerbebauten der 1960er Jahre in attraktive Wohnungen zu verwandeln.

LUDGER BATEN FÜHRTE DAS GESPRÄCH

(NGZ)
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