Die Unicef-Gala in Neuss ist gerettet - am 30. November geht's weiter

Nach dem Ausstieg der Commerzbank : Neuss behält seine Unicef-Gala

Die nächste Ballnacht steigt am 30. November. Heribert Klein kommt mit neuen Sponsoren.

Als im vergangenen November die 4. Neusser Unicef-Gala unter der Leitung von Heribert Klein stattfand, befürchteten viele, dass es die letzte sein werde. Das Ende einer Tradition, die 1985 als Tanz- & Tennis-Gala begründet wurde. Neuss schien um den letzten großen Ball außerhalb des Schützenwesens gebracht. Auch Klein selbst rechnete mit dem Ende der Veranstaltung, da nach dem Rückzug der Commerzbank als Hauptsponsor die weitere Finanzierung unmöglich erschien. Doch so leicht wollte Klein sein Lebenswerk nicht begraben und kämpfte für ein Fortbestehen der Gala. Mit Erfolg.

Unicef-Botschafter Hardy Krüger junior (v. l.) mit dem Künstler Leon Löwentraut und dem Unicef-Gala-Organisator Heribert Klein. Foto: Hans-Jürgen Bauer. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Am Freitag konnte er schließlich die Fortführung der Unicef-Aktivitäten an den Standorten Neuss, Düsseldorf und Hilden verkünden. Viele Unternehmen aus der Region seien in die Bresche gesprungen. Darunter die Sparkasse Neuss, die Zülow AG von Gut Gnadental, Rolf Schmolz mit seiner Hydraulik Union und auch UPS, deren Generalbevollmächtigter Frank Sportolari in Neuss bestens vernetzt ist. „Es war eine harte Arbeit hinter den Kulissen“, verriet Klein. Nun geht es am 30. November im Neusser Hotel Crown Plaza mit der 5. Unicef-Gala weiter, was Klein sichtlich mit Stolz erfüllt. „Ich danke allen, die mir weiterhin den Traum erfüllen, für Unicef da zu sein.“

Das ist Klein nahezu ohne Pausen. Denn nicht nur in Neuss, sondern auch in Hilden geht die Unicef-Gala in eine weitere Runde. Darüber hinaus sind viele kleinere Veranstaltungen in Düsseldorf geplant.

Auch ein neues Büro hat Klein bezogen. Das Unternehmen Frankonia Eurobau stellt ihm ein Domizil an der Mühlenstraße im schicken Düsseldorfer Andreas-Quartier zur Verfügung, wo er sich wieder mit voller Kraft seinem Engagement widmen kann. Kurz habe er überlegt, ob er sich diese Arbeit in seinem Alter weiter antun wolle. Doch eigentlich stand für den 70-Jährigen nie eine andere Antwort als „Ja“ zur Debatte. Nicht zuletzt wegen des großen Zuspruchs, den er bekam.

So auch am Freitag. Der Schauspieler und Unicef-Botschafter Hardy Krüger jr., der aktuell im Theater an der Kö spielt, nannte Klein einen „unermüdlichen Kämpfer“. Menschen wie er seien große Stützen für Unicef. Auch Thomas Geisel würdigte Klein humorvoll als eine Person mit der „bemerkenswerten Gabe, Menschen mit charmanten Worten das Geld abzuschwatzen.“ Und das kann er wahrlich: 4,5 Millionen Euro konnte er bislang für Kinder in Not generieren.

Eine große Säule dieser Spenden ist das Unicef-Herz, das jedes Jahr von einem anderen Künstler gestaltet und dann versteigert wird. Im vergangenen Jahr durfte Günther Uecker das Objekt künstlerisch gestalten. Den Künstler für dieses Jahr hat Klein erst vor wenigen Tagen rekrutiert. Leon Löwentraut wird die Gestaltung übernehmen und sprach dabei von einer großen Ehre. „Es ist für mich eine Herzensangelegenheit, im wahren Sinne des Wortes“, sagte er. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Löwentraut für die Vereinten Nationen engagiert, vor rund einem Jahr setzte er die Nachhaltigkeitsziele der UN künstlerisch um. Wie er das Unicef-Herz gestalten will, weiß der Künstler aktuell noch nicht. Das geschehe wie bei all seinen Werken spontan. Das Ergebnis steht dann Ende des Jahres zur Versteigerung.

Keine Frage, der von Heribert Klein organisierte und moderierte Ball ist für Neuss zu einem gesellschaftlichen Ereignis avanciert. Alljährlich füllen mehr als feierwillige 700 Gäste den Jupiter-Saal, auf dessen Tanzfläche immer dichtes Gedränge herrscht. Ohoven, Presse, UFA – Neuss sah Gastgeber großer Bälle kommen und gehen, einzig Heribert Klein blieb, weil er mit seinem unaufgeregten Konzept die Herzen und Köpfe der Neusser erreichte: ein internationales Programm, Musik, die Lust auf Party macht und dabei Gutes für Kinder in aller Welt tun.

Die gesellschaftspolitische Bedeutung des Balls unterstrich Bürgermeister Reiner Breuer am Freitag: Er war bei der Pressekonferenz in Düsseldorf dabei.

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