Die Sterbehilfsgemeinschaft Neuss sucht neue Mitglieder

Mitgliederschwund bei Solidarkasse : Sterbehilfsgemeinschaft Neuss sorgt sich um ihre Zukunft

Die Sterbehilfsgemeinschaft Neuss hat zu wenig Mitglieder. Darunter leidet die Wirtschaftlichkeit der Solidarkasse.

Die finanziellen Rücklagen der Sterbehilfsgemeinschaft schwinden, gleichzeitig bleiben neue Mitglieder aus. Der Vorstand will deswegen nun verstärkt für die Solidarkasse werben und hofft dabei auch auf die Stadt als Kooperationspartner. Doch kurzfristig müssen sich die Kassen anderweitig wieder füllen, damit die Gemeinschaft im Todesfall eines Mitglieds den Hinterbliebenen den entsprechenden Geldbetrag überweisen kann.

Derzeit zählt die Sterbehilfsgemeinschaft 590 Mitglieder, etwa 600 müssten es sein, um die Kosten zu decken. „In den vergangenen zwei Jahren sind sehr viele Mitglieder gestorben“, berichtet Vorstandsvorsitzender Wilfried Derendorf. Etwa 25 Sterbefälle jährlich. „Bis 18 Sterbefälle bleiben wir geschäftsfähig.“ Denn verstirbt ein Mitglied, wird die Umlage aus den Mitgliedsbeiträgen ausgezahlt, die liegt zwischen 1600 und 2500 Euro.

Eine Beerdigung kostet etwa 5000 Euro. Und nicht nur der Mitgliederschwund, auch die anhaltende Niedrigzinsphase sorgt dafür, dass die Wirtschaftlichkeit leidet.

Wilfried Derendorf ist 1. Vorsitzender der Sterbehilfsgemeinschaft Neuss. Foto: Berns, Lothar (lber)

Die finanziellen Schwierigkeiten werden auch Thema bei der nächsten Mitgliederversammlung am 29. Januar sein. „Die Mitglieder entscheiden, ob sie einer Erhöhung der Beiträge zustimmen“, sagt Derendorf. Es wäre eine Premiere: Bislang seien die Beiträge noch nie erhöht worden, so der Vorsitzende.

Die Sterbehilfsgemeinschaft wurde 1928 von Mitarbeitern der Stadtwerke gegründet. Mitglied werden können nicht nur Mitarbeiter der Stadtwerke und Beschäftigte von verbundenen Unternehmen, wie etwa den Neusser Nahverkehrsbetrieben, sondern auch alle Beschäftigten bei der Stadt Neuss, bei RWE und der Abfalllogistik; außerdem deren Ehepartner, Kinder und Enkelkinder.

Wilfried Derendorf war lange Zeit Personalratsvorsitzender der Stadtverwaltung, mittlerweile ist er im Ruhestand, doch sein Ehrenamt als Vorsitzender der Solidarkasse möchte er weiter fortführen. „Die Sterbehilfsgemeinschaft ist eine gute Sache“, sagt er. Darum wünscht er sich eine bessere Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretungen der städtischen Betriebe.

„Wir würden uns zum Beispiel wünschen, dass neue Mitarbeiter, darüber informiert werden, dass es uns überhaupt gibt“, sagt Derendorf.

Jahreshauptversammlung der Sterbehilfsgemeinschaft am Mittwoch, 29. Januar, um 16.30 Uhr im Rathaus, Rundbau – Eingang 3 in Raum U.214. Mehr Informationen unter www.sterbehilfsgemeinschaft-neuss.de.

(anst)