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Neuss: Die Spiele der Liebe

Neuss : Die Spiele der Liebe

Das Rheinische Landestheater geht mit dem Motto "lieben!" in die dritte Spielzeit unter Intendantin Bettina Jahnke. Den Rahmen setzen zwölf Premieren, zwei Wiederaufnahmen und vier neue Schauspieler.

Die Nachricht könnte nicht besser passen. Zum zweiten Mal in Folge ist das RLT zum NRW-Theatertreffen eingeladen, ist nach der "Törleß"-Inszenierung jetzt mit dem Stück "Die Orestie" in der Regie von Catharina Fillers im Juni beim Bestentreffen in Wuppertal dabei. Viel Rückenwind also für die nächste Spielzeit, in der das Theater nach dem "träumen!" (2009/10) und "kämpfen!" (2010/11) beim "lieben!" angekommen wird.

Aber nicht die rosaroten Gefühle, interessieren die Theatermacher, sondern die "Auswirkungen an den Rändern der Liebe, der Verlust, der Schmerz und die Trauer", sagt Intendantin Bettina Jahnke und zitiert Shakespeare: "Verrückten und Liebenden glüht das Hirn." Und das wolle man zeigen. Was auch das Imagefoto zum Motto dokumentiert: Es zeigt ein Herz aus Stacheldraht.

Zwei Stücke wird die Intendantin wieder selbst auf die Bühne bringen: "Lola" nach dem gleichnamigen Film von Rainer Werner Fassbinder/Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich zum Auftakt der Spielzeit und Shakespeares "Wintermärchen" im August – was auch bedeutet, dass sich das RLT im nächsten Jahr unter Umständen nicht am Shakespeare-Festival im Globe beteiligen wird.

Das Ensemble wird verjüngt

Mit "Lola" hat sich Jahnke einen Regietraum erfüllt. Sie, die einen Hang zu Filmstoffen auf der Theaterbühne hat, weil sie "richtige Geschichten erzählen", hat gerade diesen Film schon länger auf dem Radar. Gemeinsam mit ihrer Chefdramaturgin Barbara Noth wird sie aus dem Drehbuch über "die Liebe im Alter" und den Gegensatz von käuflicher und idealistischer Liebe eine Theaterfassung erstellen.

Für die anderen zehn Inszenierungen des neuen Spielplans setzt das Leitungsteam auf eine Mischung aus bewährten und neuen Regisseuren. So bekommt Katharina Schmidt, die den kultverdächtigen und ständig ausverkauften Balladenabend "Bist du nicht willig, so brauche ich Gewalt" inszeniert hat, eine weitere Chance für einen großen Abend mit John von Düffels Stück "Sieben Sonette". Auch Catharina Filler ("Orestie"), Alexander Marusch ("Clavigo") und Catja Baumann ("Die zweite Prinzessin") sind wieder dabei. Und besonders spannend dürfte es werden, wenn "Törleß"-Regisseur Marc Lunghuß sich Schnitzlers "Liebelei" annimmt.

Neu in Neuss sind die Regisseure Christof Seeger-Zurmühlen, der zurzeit noch am Düsseldorfer Schauspielhaus arbeitet, Peter Wallgram, Corinna Sommerhäuser und Antje Thoms. Und auch beim Ensemble wird es neue Gesichter geben, denn Christina Nothofer, Kaspar Küppers, Roman Konieczny und Matthias Brüggenolte verlassen das RLT. Dafür kommen Sigrid Dispert, Georg Strohbach, Richard Erben und Jonathan Schimmer. Mit den Um-die-30-Jährigen hat Jahnke das Ensemble bewusst wieder verjüngt, "weil wir im mittleren Bereich gut aufgestellt sind".

(NGZ)