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Neuss: Die Rückkehr eines großen Jecken

Neuss : Die Rückkehr eines großen Jecken

Rolf Schmolz sorgt im Karneval für das Comeback der Session. Nach 20 Jahren Pause kehrt er auf die Bühne zurück und moderiert die beiden großen Sitzungen der "Blauen Funken". Dafür kehrt er Sonntag von Mauritius zurück.

Mit 71 hat man scheinbar die Ruhe weg. Statt nämlich daheim über seinen Moderationskärtchen zu brüten, schwitzt Rolf Schmolz lieber unter der Sonne von Mauritius. Aufregung? "Da bin ich drüber weg", sagt der Prinz Karneval der Session 1983/84, der erst am Sonntag via Dubai vom Indischen Ozean aus einfliegen wird, um am Dienstag bei "seinen" Blauen Funken die Karnevalsgala "Kamelle us Kölle" zu moderieren. Tiefenentspannt, wie zu vermuten ist, denn, so Schmolz: "Auf den Präsidenten kommt es gar nicht so sehr an."

Die Rückkehr von Rolf Schmolz auf die Bühne ist das Comeback der Session. 1994, nachdem er sechs Mal seine noch heute heiß geliebte "Star Revue" moderiert hatte, hatte sich der Unternehmer aufs karnevalistische Altenteil begeben - würdig verabschiedet von der Funkenfamilie. Die "dekorierte" Schmolz im Jahr darauf mit ihrer Ehrenkette, der höchsten Auszeichnung, die die Funken zu vergeben haben. Die "Beförderungen" zum Ehrensitzung- und zum Ehrensenatpräsidenten folgten. Schmolz schied mit dem Versprechen, für seine Gesellschaft da zu sein, wenn die ihn braucht. Das löst er nun ein.

Nötig wird das, weil sich die größte Neusser Karnevalsgesellschaft und ihr langjähriger Sitzungspräsident Thomas Frings auf keinen Modus für eine weitere Zusammenarbeit einigen konnten. "Für Thomas tut mir das leid", sagt Schmolz, der Frings schon 1995 gerne als Nachfolger gesehen hätte und dem er zutraut, "eine Fernsehsendung leiten zu können". Bei den Funken aber ist Frings raus - und Schmolz wieder dabei. Allerdings nur für zwei Jahre - und nur für die beiden großen Sitzungen der Gesellschaft. Für die fliegt er jeweils aus Rottach-Egern ein, wohin Schmolz 2003 seinen Lebensmittelpunkt verlegte. Wenn er nicht in seiner Düsseldorfer Wohnung ist, weil er sich um seine Firma "Hydraulik-Union" kümmern muss, ist er da - oder auf Reisen.

Mit seiner Rückkehr machte Schmolz rasch klar, dass er nicht nur Moderator sein, sondern sich auch in die Programmgestaltung einbringen will. "Das Programm für die Star Revue war mir etwas zu dünn", gibt er zu - und griff ein. Aus der "Star Revue", der letzten Sessions-Veranstaltung im Sitzungskarneval, soll wieder eine Show werden. Mit Akteuren wie dem Phoenix-Ballett, der Band "Kuhl un de Gäng" und den Swinging Fanfares werden. Als i-Tüpfelchen der Sitzung, die er mit der in Düsseldorf aufgewachsenen Chinesin Ai Sia Oei präsentiert, kommt um Mitternacht der Sänger Roberto Blanco ("Ein bisschen Spaß muss sein") im Jupitersaal des Swissôtel auf die Bühne. Ein Freund von Schmolz, den er bei einer Kreuzfahrt auf der MS Europa kennenlernte - und neulich erst auf dem Marktplatz von Panama-Stadt traf. Zufälle gibt's....

Vorab aber steht "Kamelle us Kölle" an. Eine Sitzung mit der Atmosphäre eines Live-Konzertes. Dafür sorgen die Bands "Paveier", "Brings", "De Räuber" und natürlich die "Bläck Föös". Interpreten, die schon eine Größe im Karneval waren, als Rolf Schmolz schon einmal Sitzungspräsident der Funken war - und die er nun alle wiedersieht. "Ich freue mich einfach", sagt Schmolz. Und Freude trägt ja auch zur Gelassenheit bei.

(NGZ)