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Neuss: Die Rolle der Presse im Wandel

Neuss : Die Rolle der Presse im Wandel

Karl Hans Arnold sprach in der "Bürger" über Herausforderungen der Branche.

Gegen Ende seines Vortrags nahm sich Karl Hans Arnold einen kurzen Augenblick zur Einordnung. "Ich möchte hier kein schwarzes Szenario zeichnen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Rheinische Post Mediengruppe. Doch die Worte, die Arnold gestern Abend im Rahmen des traditionellen Gänseessens der Neusser Bürgergesellschaft fand, sollten zumindest nachdenklich stimmen.

Eine Welt im Wandel. Politische Unruhen. Bedrohte Pressefreiheit auch in der EU. Frieden, der nicht mehr sicher scheint. "Ich glaube, dass unsere freiheitliche Werteordnung in Gefahr ist", sagte Arnold, dessen Vortrag unter dem Motto "Presse - Freiheit und Verantwortung in der digitalen Zeit" stand. Als Beispiele nannte er unter anderem die Annexion der Krim, den Brexit, die Entwicklungen in der Türkei, aber auch den staatlichen Eingriff Polens in das Pressewesen.

Die Situation in Deutschland sei eine andere: "Die Pressevielfalt hierzulande sucht ihresgleichen." Doch der Ruf der Presse sei schlecht. "Eine Vertrauenskrise ist entstanden", sagte Arnold. Auch aus diesem Grund seien Medienvertreter angehalten, ihre Arbeit stets zu hinterfragen - und vor allem nah an den Menschen zu sein. Themen zu transportieren, die sie beschäftigen: "Wenn wir nur Statistiken zitieren, werden wir unserer Aufgabe nicht gerecht."

Doch gleichzeitig gelte es, sich der Herausforderung der Digitalisierung zu stellen. In einer Zeit Umsätze zu generieren, in denen das Gros der Inhalte gratis abrufbar ist. In einer Zeit, in denen man es mit "Giganten" wie Google und Facebook zu tun hat, die sogar auf Inhalte Einfluss nehmen. Eine Lösung dieser Probleme gebe es noch nicht.

(jasi)