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Neuss: Die "Raumsäule" ist jetzt öffentliche Kunst

Neuss : Die "Raumsäule" ist jetzt öffentliche Kunst

Mit der Übergabe der Skulptur Erich Hausers von der Volksbank an die Stadt wurde auch ein neues Buch über Kunst in Neuss präsentiert.

Das Timing war perfekt: Mit der offiziellen Übergabe der Skulptur "Raumsäule" an die Stadt Neuss wurde auch ein Buch präsentiert, das die wichtigsten Kunstwerke im öffentlichen Raum vorstellt und erklärt. Dass dazu auch Erich Hausers rund neun Meter hohe Plastik gehört, war ohnehin klar. Allerdings hätte das Foto sie bis vor wenigen Wochen noch auf dem Platz an der Volksbank verortet. Jetzt aber zeigt es den neuen Standort auf der Grünfläche zwischen dem Romaneum und dem Landestheater, wo sich die Edelstahlarbeit in den Himmel reckt.

Die Volksbank hatte das Werk 1974 als "Kunst am Bau" für sein Gebäude an der Kreuzung Oberstraße/Zollstraße aufgestellt. Für die Erweiterung des Geldinstituts wurde nun die Fläche gebraucht und der Stadt das Kunstwerk als Geschenk angeboten. Die schlug sofort zu, ein Standort wurde gefunden, der alle zufriedenstellte, die Bedingungen im Zusammenspiel der Ämter mit Bauverein und Fachfirmen so schnell geklärt, dass es nur wenige Wochen brauchte, bis das Kunstwerk stand. "Das Projekt funktionierte in einer Geschwindigkeit, wie sie nur in Neuss durch das gute Netzwerk und die große Nähe zueinander möglich ist", sagt Rainer Mellis. Vorstandssprecher der Volksbank Düsseldorf Neuss gestern und fügte schmunzelnd hinzu: "Und wir können das sehr gut beurteilen ..."

Es war ein Wunsch der Volksbank, die Skulptur in Sichtweite zu platzieren. Nun steht für Mellis und Volksbank-Vorstand Klaus Reh sogar fest: " Die Raumsäule hat bei uns den falschen Standort gehabt." Sie stünde nun viel freier und sichtbarer, und für Reh ist klar: "Das Werk bekommt nun die Wahrnehmung, die es auch verdient." An der Volksbank habe es eingeklemmt gewirkt, zwischen dem Gebäude und der Bushaltestelle.

Nicht nur Reh und Mellis waren zu der Übergabe gekommen, auch etliche Mitglieder der Kommission zur Kunst im öffentlichen Raum mit deren Leiter Christoph Brockhaus an der Spitze und Politiker zeigten glückliche Mienen angesichts der Plastik auf dem Grünstreifen, die sich tatsächlich aus jeder Perspektive als ideales Bindeglied zwischen den modernen Gebäuden Landestheater und Romaneum erweist.

Bürgermeister Herbert Napp, der sich den Dankesworten von Kulturdezernentin Christiane Zangs an alle Beteiligten nur anschließen konnte, betonte die Einheit von Kunst und Standort und konnte sich mit Blick auf die Standort-Diskussion der Neuhaus-"Schleife" am Möbelhaus Höffner den Satz "Die Versetzung eines Kunstwerks geht - aber sie ist keine Pflicht" nicht verkneifen. Im neuen Buch über "Skulpturen in Neuss", das insgesamt 28 wichtige Objekte in Neuss vorstellt, steht die "Schleife" jedenfalls noch am alten Standort ...

Die Entstehung des Buches hängt eng mit der Person des Kulturamtsleiters Harald Müller zusammen. Es ist ein Kind von ihm, hat lang gebraucht, um groß zu werden - kein Wunder, dass er also sagt: "Dies ist ein besonderer Tag."

(NGZ)