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Bürgerinitiative gegen die neue Landeshundeverordnung von Nordrhein-Westfalen in Vorbereitung: Die Rasselisten stoßen auf Ablehnung

Bürgerinitiative gegen die neue Landeshundeverordnung von Nordrhein-Westfalen in Vorbereitung : Die Rasselisten stoßen auf Ablehnung

Neuss. "Gegen die Diskriminierung von sechs Millionen Hundehaltern in Deutschland und die Schädigung ihrer Tiere" will eine neu gegründete Bürgerinitiative vorgehen, deren Mitglieder sich am Montag Abend zum zweiten Mal trafen. Rolf Kamphausen, der den Vorsitz der Versammlung übernahm, formulierte den Wunsch, "alle Hundehalter bundesweit dazu zu kriegen, eine Interessenvertretung zu bilden, die nicht überhört werden kann."

Neuss. "Gegen die Diskriminierung von sechs Millionen Hundehaltern in Deutschland und die Schädigung ihrer Tiere" will eine neu gegründete Bürgerinitiative vorgehen, deren Mitglieder sich am Montag Abend zum zweiten Mal trafen. Rolf Kamphausen, der den Vorsitz der Versammlung übernahm, formulierte den Wunsch, "alle Hundehalter bundesweit dazu zu kriegen, eine Interessenvertretung zu bilden, die nicht überhört werden kann."

Zu diesem Zweck sollten Gruppen, die sich jetzt überall zum Schutz der von der Landes-Hunderverordnung (LHV) NRW betroffen Hunderassen bilden unter einen gemeinsamen Dachverband gebracht werden. In den nächsten Wochen werden darüber Gespräche geführt werden. Die Aufgabe der Ortsgruppen des Vereins solle es zunächst sein, eine Verschlimmerung der Hundeverordnung auf kommunaler Ebene zu verhindern. Es sei aber auch wichtig die Verordnung auf Landesebene schnell außer Kraft zu setzen und bundes- oder europaweite Regelungen mit ähnlichen Inhalten zu verhindern. "

Die aktuelle Verordnung ist ein Schnellschuss der Politiker," meint Rolf Kamphausen, "es muss zu einer Regelung kommen, in die Expertenwissen einfließt, damit die Bedürfnisse der Hunde beachtet werden und gegen die Halter von wirklich gefährlichen Tieren vorgegangen werden kann." Im Einzelnen soll sich der Verein zunächst für die Abschaffung der Rasselisten einsetzen. An Stelle der pauschalen Beurteilung bestimmter Hunderassen soll die Wesensprüfung - der "Hunde-TÜV" - für jedes einzelne Tier treten. Auch der Sachkunde-Nachweis des Halters soll entscheidend dafür sein, ob ein Hund an die Leine und hinter einen Maulkorb gehört.

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Dieser "Hunde-Führerschein" sollte möglichst schon vor dem Kauf eines Tieres gemacht werden. Viele Mitglieder der Initiative besitzen einen der Hunde, die unter Anlage eins oder zwei der aktuellen Hundeverordnung fallen. Sie sehen sich als verantwortungsbewusste Halter, deren Tiere nichts mit "Kampfhunden" gemein haben. Trotzdem haben sie unter der Verordnung zu leiden. "In Neuss gibt es keine Auslaufflächen für die Hunde, und an der Leine ist genügend Auslauf nicht möglich." Selbst auf den Rheinwiesen dürften die Hunde der Anlagen eins, zwei und "40/20" (große Hunde) nicht frei laufen, so lange dafür keine eingezäunten Bereiche geschaffen würden.

So beschreiben die Hundehalter ihre Probleme mit dem Leinenzwang, der für viele in Wohngebieten einen Sinn ergibt; aber ohne genug Auslauf "wird der Hund zum seelischen Krüppel gemacht." Die Maulkorbpflicht bedeutet für die Halter eine weitere Unannehmlichkeit. Das Ehepaar Michael und Cornelia Wlasow wurde bereits beim Ordnungsamt gemeldet, weil sie mit ihrem Pittbull ohne Beißschutz Gassi gingen. Maulkörbe sind zur Zeit allerdings in fast allen Tierhandlungen ausverkauft. Cornelia Wlasow hat für ihren Hund jetzt erst einmal einen zu großen Maulkorb gekauft, später will sie für den Pittbull, der als Familienhund gekauft und erzogen wurde, beim Ordnungsamt eine Ausnahme von der Beißschutzpflicht beantragen.

Auch der Staffordshire Bullterrier von Ingeborg Plum soll jetzt einen Maulkorb tragen, obwohl er erst zehn Monate alt ist und die Halterin bereits 25 Jahre Erfahrung mit dieser Rasse hat. "So werden die Hunde kaputt erzogen", klagt Rolf Kamphausen darüber. Wie Michael Wlasow sind viele Mitglieder der Initiative der Meinung, die Aggressivität der so genannten Kampfhunde sei "reine Erziehung". Kamp-hausen zieht daraus die Konsequenz, dass "Hundehalter aus Problemkreisen, Scharfmacher und Vermehrer, hart bestraft werden müssen." Zucht von Hunden, die gern als Waffe gebraucht werden, gehöre wie in Frankreich in die Hand von kontrollierten Verbänden. Thomas Kirchner Pittbull Apollo muss als "Anlage eins-Hund" einen Maulkorb tragen, obwohl er sich durch intensives Streicheln und eine große Menschenmenge nicht aus der Ruhe bringen lässt. Die Mitglieder der Bürgerinitiative gegen die Landeshundeverordnung haben kein Verständnis dafür, dass ihre Vierbeiner pauschal "Kampfhunde" genannt werden.

NGZ-Foto: L. Berns -->