Neuss: Die Neusser Tafel verzichtet auf Umzug und baut ihre Räume aus

Neuss: Die Neusser Tafel verzichtet auf Umzug und baut ihre Räume aus

Trotz zwei neu gewonnener Räumen ist der Platz immer noch knapp. Doch für einen Umzug sind die Mieten in der Innenstadt zu hoch.

Viele Neusser sind auf Spenden und günstige Preise angewiesen. Gerade im Winter wird die Abhängigkeit von gutmütigen Mitbürgern deutlich, wenn die Sonne nicht mehr die Heizkosten ersetzt.

Doch die Neusser spenden offenbar gerne. Bei einer St.-Martins-Aktion bat die Neusser Tafel Edeka-Kunden jetzt, im Sinne der Barmherzigkeit St. Martins, nach ihrem Einkauf noch einen Teil mehr zu kaufen und diesen zu spenden.

"Die Leute waren sehr aufgeschlossen", erzählt Rebecca Schuh, Leiterin der Neusser Tafel, denn es kamen 1,2 Tonnen Lebensmittel zusammen. Die Filiale der Neusser Tafel an der Düsseldorfer Straße 50 vereint ein eigentlich großes Angebot an gespendeten Lebensmitteln und Second-Hand-Kleidung. Da dieses Angebot von der wachsenden Zahl an geringverdienenden Rentnern und auf Hilfe angewiesenen Flüchtlingen genutzt wird, bleibt für jeden Einzelnen nicht mehr so viel übrig. Die Warteschlangen sind lang und wer hinten steht, muss draußen in der Kälte warten.

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Akuter Platzmangel und Kundenbeschwerden waren ausschlaggebend für Schuh, das Geschäft auszubauen. Es wurden zwei Wände herausgebrochen. "Es ist immer noch zu klein, aber man tritt sich nicht mehr auf die Füße", sagt Schuh, die sehr froh über die neu gewonnene Geräumigkeit ist. Dass die Kunden immer noch draußen warten müssen, bedauert Schuh, doch Platz für einen Warteraum oder Geld für Kaffee ist nicht vorhanden.

Trotzdem ist ein beachtlicher Teil der Spenden auch unbrauchbar. So werden vermeintlich großzügige Kleiderspenden abgegeben - enthalten beim Auspacken aber getragene Unterwäsche, zerrissene Kleidung und verstaubte Kellerfunde. "Wir werden als Müll-Entsorger missbraucht", beschwert sich Schuh im Namen ihrer Mitarbeiter.

Im Dezember wird die Tafel auf dem Neusser Weihnachtsmarkt auftreten, um für ihre Arbeit zu werben. Man wird versuchen, mit Kuchen- und Suppen-Verkauf Spenden zu sammeln. Zur Weihnachtszeit schenkt die Tafel damit eine Wintergarderobe für bedürftige Kinder und öffnet am 28. November ihr Geschäft, um Pakete mit haltbaren Lebensmitteln und brauchbarer Kleidung entgegen zu nehmen. Diese werden an Nichtsesshafte und Bedürftige verschenkt.

(NGZ)