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Neuss: Die Mack-Kapelle ist eröffnet

Neuss : Die Mack-Kapelle ist eröffnet

Mit geladenen Gästen hat der Freundeskreis "Mack Kapelle Marianum" gestern Abend die Wiedereröffnung des sakralen Baus gefeiert. Auch der Künstler, Professor Heinz Mack, war anwesend.

Bis zur letzten Minute legt er selbst Hand an. Von der ersten Idee bis hin zur Fertigung in Schmiede und Glaswerkstatt hat Professor Heinz Mack seine Werke begleitet; nun ist alles an Ort und Stelle, aber das Licht stimmt nicht. Sagt er. Und geht zielstrebig zum Sicherungskasten und dimmt die Lampen, bis das für ihn richtige Licht die alte Kapelle im ehemaligen Collegium Marianum in eine sanftes Licht taucht.

Foto: Bauverein/L. Berns

Nach aufwendiger Renovierung wurde gestern Abend mit einer Eucharistiefeier die Wiedereröffnung der Kapelle gefeiert. Der Förderkreis "Mack-Kapelle Marianum" unter seinem Vorsitzenden Heinz Sahnen hat das möglich gemacht. Er hat das Geld aufgetrieben, und der Eigentümer, der Neusser Bauverein, hat nicht nur mitgespielt, sondern auch mit eigenen Fachkräften tatkräftige Hilfe geschickt.

Die haben genau nach Macks Vorstellungen die Decke im Flur vor der Kapelle und zur Sakristei hin in ein Blau verwandelt, wie es der Himmel nur in den schönsten Träumen hat. Die Wände leuchten orange, sind in aufwendiger Wickeltechnik gestaltet worden und ein wahrlich tragender Grund für den in Bronze gegossenen Kreuzweg, den Mack geschaffen hat. Dabei variiert das Kreuz in allen möglichen Formen — eine schlichte, aber kraftvolle Bildsprache.

Mit zusätzlichen zwölf farbenprächtigen und bleiverglasten Fenstern zum Innenhof nimmt Mack auf, was er vor fast 30 Jahren angefangen hat, als er die Kapelle auf Initiative des damaligen Kardinal Höffner gestaltete. Nachdem Mack dies nun fortgeführt hat, ist die Kapelle, so sagt es Heinz Sahnen, eine "Einladung an alle, die inspiriert sind, durch die ausdrucksstarke Kunst die Begegnung mit Gott zu suchen, die zu sich selbst finden wollen oder für die dieses Kunstwerk ein Erlebnis ist."

Dass dem Künstler die Kapelle, die im Sprachgebrauch längst seinen Namen trägt, eine "Herzensangelegenheit" ist, macht er nicht nur mit Worten deutlich. Er möchte, dass die Kapelle lebt, und hat sich daher entschlossen, sein Honorar in die wissenschaftliche und organisatorische Begleitung für die nächsten zwei Jahre zu investieren. Die früher auf der Insel Hombroich tätige Susanne Scheidler, die Architekur und Kunstgeschichte studiert hat, wird Führungen und Konzerte organisieren und so die Kapelle in den Köpfen präsent machen.

Und wenn es nach Mack geht, sollen Menschen dort auch mit Heirat oder Taufe einen neuen Lebensabschnitt begehen können. Das allerdings bedarf noch einiger Gespräche mit dem zuständigen Oberpfarrer von St. Quirin.

(NGZ)