Die Linke in Neuss nominiert Roland Sperling als Bürgermeisterkandidat

Kommunalwahl in Neuss : „Bürgerlicher Linker“ - Sperling will Bürgermeister werden

Die Partei „Die Linke“ zieht mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten in den Wahlkampf zur Kommunalwahl 2020. Bei nur zwei Gegenstimmen nominierte der kleine Stadtverband den Rechtsanwalt Roland Sperling und setzte den amtierenden Fraktionsvorsitzenden auch auf Platz eins ihrer Reserveliste.

Sperling betonte, im Kampf um das Bürgermeisteramt mehr als nur ein Zählkandidat sein zu wollen und empfahl sich als „bürgerlicher Linker“.

Mit Sperling ist die Riege der Bewerber für das Amt des Bürgermeisters auf drei angewachsen, nachdem Amtsinhaber Reiner Breuer (SPD) seine Bereitschaft für eine zweite Amtszeit bekundet und die CDU mit Jan-Philipp Büchler ihren Bewerber bestimmt hat. An beiden ließ Sperling in seiner Bewerbungsrede kaum ein gutes Haar. Breuer betreibe nur Symbolpolitik, bei der  CDU reiche es nicht einmal dazu, „sondern nur zu einem Symbolkandidaten ohne inhaltliche Profilierung“.

Sperling ist überzeugt, sagte er, „der bessere Bürgermeister zu werden“. Er setzt dabei auf ein Programm, das eine sozialgerechte Stadt zum Ziel hat („Kein Bauprojekt mit weniger als einem Drittel Sozialwohnungen“), Klimagerechtigkeit anstrebt, die Verkehrswende einleiten will („Radfahrer müssen Vorfahrt haben“) und Antwort gibt auf die Frage: Wem gehört die Stadt? Mehr Bürgerbeteiligung, ein nach Sperlings Überzeugung uneingelöstes Wahlversprechen Breuers aus dem Jahr 2015, soll bei ihm einen anderen Stellenwert bekommen.

Hinter Sperling rangieren auf der Reserveliste die amtierenden Stadtverordneten Swantje Höhne (53) und Vincent Czielsa (31) sowie Judith Kauff (45), Falk vom Dorff (32) und Marzena Fazliu (35). Die Linken sind überzeugt, für den neuen Rat mehr als drei Mandate erringen zu können.  Die Chancen, zuletzt  an die Grünen verlorene Stimmen zurückzugewinnen, seien gut.

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