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Neuss: Die jungen Helfer des THW

Neuss : Die jungen Helfer des THW

Knoten, Klettern, Kameradschaft schließen – ein Mal in der Woche trifft sich die Jugendgruppe des technischen Hilfswerks in Neuss zu gemeinsamen Übungen. Die NGZ hat sie einen Abend lang begleitet.

Heute ist Pflichtdienst. Deshalb ist im Jugendgruppenraum des Technischen Hilfswerks (THW) in Neuss an diesem Abend besonders viel los. Über 40 Kinder und Jugendliche drängeln sich in ihren blauen Uniformen mit den gelben Reflektoren in das Zimmer und hören gespannt, was sie in den nächsten zwei Stunden erwartet. In kleinen Gruppen meistern die 10- bis 18-Jährigen jede Woche unter Anleitung eines ebenfalls jugendlichen Gruppenführers verschiedene Aufgaben und Übungen.

Nach einer kurzen Einweisung im Gruppenraum geht es auch schon raus auf das große Gelände, das an manchen Stellen einem Abenteuerspielplatz gleicht. Lars Klement (15) übt heute mit seinen Schützlingen das Einbinden von Verletzen auf die Trage, um diese vom Unfallort abtransportieren zu können. Nachdem ein "freiwilliges Unfallopfer" gefunden ist, macht sich die Gruppe mit einem langen Seil tatkräftig an die Arbeit.

"Hier ist das Seil noch etwas zu locker", sagt Lars und erklärt Knoten, Stiche und Bunden. "Ihr müsst darauf achten, dass das Seil an den richtigen Stellen gebunden wird. Sonst kann es für die Verletze Folgen wie beispielsweise eine verrückte Kniescheibe geben", erklärt der 15-Jährige gewissenhaft. In einem richtigen Einsatz hat der 15-Jährige sein Können allerdings noch nie anwenden dürfen. "Leider dürfen wir aus versicherungstechnischen Gründen nicht mit raus", sagt er. Er könne sich aber gut vorstellen, mit 18 Jahren eine ehrenamtliche Grundausbildung beim THW zu beginnen. "Soziales Engagement ist wichtig", so Lars.

Karl-Heinz Jansen ist seit über 20 Jahren beim THW in Neuss engagiert. Angefangen hat er mit einer Ersatzausbildung zum Wehrdienst und ist nun seit gut fünf Jahren ehrenamtlicher Bezirksjugendleiter in Neuss. "Als ich angefangen habe, waren in der Jugendgruppe sechs Kinder. Heute sind es 52", berichtet der Familienvater. Ungefähr ein Drittel davon sind Mädchen. "Wir können schließlich alles, was Jungs auch können", erklärt Verena Sichau (15) selbstverständlich, während sie geübt das Seil um die Trage legt. Ihre Freundin arbeitet heute in einer anderen Gruppe.

Aus Holzpfählen einen Dreimast bauen, lautet die Anweisung an dieses Team. Schnell geht das Getuschel unter den Jugendlichen los: "Kommst du morgen auch?", "Ja, ich freu mich schon total" ist zu hören. Die Jungen und Mädchen wollen am Wochenende alle gemeinsam in den Räumen des THW am Kamberger Weg übernachten. Die freiwillige Mitarbeit ist für die meisten von ihnen eben mehr als nur ein Pflichtdienst. "Das Mitwirken beim THW macht nicht immer nur Spaß, es bedeutet auch Arbeit", sagt Jansen. Manchmal darf es aber auch einfach nur Spaß machen.

(NGZ)