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Nachruf Margret Keller: Die gute Seele des Kinderbauernhofes

Nachruf Margret Keller : Die gute Seele des Kinderbauernhofes

Selikum (-nau) Margret Keller kehrt nach Hause zurück. Vor gut einem Jahr war die "gute Seele" des Kinderbauernhofes zu ihrem Sohn Marius nach Nettetal-Breyell gezogen, wo sie vergangene Woche im Alter von 70 Jahren friedlich eingeschlafen ist. Kommenden Donnerstag wird sie auf dem Neusser Hauptfriedhof beigesetzt. Das Seelenamt wird zuvor in der Reuschenberger St.-Hubertus-Kirche und damit in Sichtweite zu dem Hof gefeiert, der Margret Kellers Leben war.

Selikum (-nau) Margret Keller kehrt nach Hause zurück. Vor gut einem Jahr war die "gute Seele" des Kinderbauernhofes zu ihrem Sohn Marius nach Nettetal-Breyell gezogen, wo sie vergangene Woche im Alter von 70 Jahren friedlich eingeschlafen ist. Kommenden Donnerstag wird sie auf dem Neusser Hauptfriedhof beigesetzt. Das Seelenamt wird zuvor in der Reuschenberger St.-Hubertus-Kirche und damit in Sichtweite zu dem Hof gefeiert, der Margret Kellers Leben war.

Am 8. Oktober 1947 wurde Margret Königs, wie sie mit Mädchennamen hieß, auf dem Bauernhof am Nixhütter Weg geboren. Dieses Grundstück betrat sie zuletzt im vergangenen September, als sie die Corneliusgesellschaft und deren Appeltaatefest besuchte. Ansonsten hatte sie sich von dem Hof, der Heimat und Lebensmittelpunkt war, vollständig zurückgezogen.

1856 wurde der Bauernhof gebaut, den inzwischen die Wohnquartiere der wachsenden Stadt Neuss erreicht und umschlossen haben. Besitzer war die Familie Königs, die ihre Hofstelle 1912 an die Stadt veräußerte, als diese in Selikum in großem Stil landwirtschaftliche Flächen für eine künftige Stadtentwicklung erwarb. Theodor Königs blieb mit seiner Familie aber als Pächter auf dem Hof. Und er ließ ein lebenslanges Wohnrecht für seine Kinder und Kindeskinder in den Kaufvertrag aufnehmen. Margret Keller war die Letzte, die dieses Recht in Anspruch nehmen konnte - und verzichtete darauf, als sie das Haupthaus Ende 2016 räumte. Dort möchte die Verwaltung nun neben einer Mitarbeiterwohnung auch ein Café etablieren.

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Margret Keller hätte das sicher gefallen, denn das Haupthaus war von jeher Zentrum des Hofes und Treffpunkt. Wichtig wurde das, als aus der Hofstelle mit 80 Morgen Land in Bewirtschaftung im April 1978 ein Lern- und Erlebnisort für Großstadtkinder wurde. Die Hauswirtschaftsmeisterin Keller hatte diese Entwicklung kritisch betrachtet, teilte sie aber nachher aus ganzem Herzen. Über 100.000 Besucher zählt der Hof seitdem Jahr für Jahr.

Seit an dem Hof ganze Busse voller Schüler vorfuhren, half Keller in der Anlage mit. Später wurde sie von der Stadt angestellt, übernahm auch die Wochenendbereitschaft und wurde - weil sie ja vor Ort wohnte - von Besuchern herausgeschellt, wenn die eine Frage an die Bäuerin hatte. Das blieb auch so, als Margret Keller Ende 2012 in Rente ging, ehrenamtlich aber weiter half.

(NGZ)