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Möbelhaus-Debatte in Neuss: Die Grünen sehen offene Fragen

Möbelhaus-Debatte in Neuss : Die Grünen sehen offene Fragen

Drei Tage vor der Sondersitzung des Rates am Donnerstag hat sich die Fraktion "Bündnis 90/Die Grünen" festgelegt. Sie lehnt eine Entscheidung für den Betreiber eines neuen Möbelhauses zum jetzigen Zeitpunkt ab. Ihrer Ansicht nach sind derzeit noch zu viele Fragen unbeantwortet.

"Warum wird das Einzelhandelsgutachten ignoriert?", fragt sich die planungspolitische Sprecherin Ingeborg Arndt. "Darin steht ausdrücklich, dass ein neues Möbelhaus mit einer Verkaufsfläche von 45 000 Quadratmeter für Neuss nicht verträglich ist", hält sie fest.

Der Fraktionsvorsitzende Michael Klinkicht kritisiert, dass die Bedenken des Einzelhandels nicht diskutiert würden und nach derzeitigem Stand nicht einmal ein Verträglichkeitsgutachten erstellt werden soll — auf das der Einzelhandelsverband allerdings bestehen will. Stattdessen, moniert Klinkicht, solle die Entscheidung zugunsten eines Bewerbers in einer Ratssondersitzung durchgepeitscht werden. "Warum diese Eile?"

Für die sozialpolitische Sprecherin Susanne Benary-Höck ist das Arbeitsplatzargument, mit dem zum Beispiel der süddeutsche Investor Segmüller wirbt, nicht nachvollziehbar: "Die Arbeitsplätze, die in dem Möbelhaus geschaffen werden, fallen an anderer Stelle dafür weg, beispielsweise, wenn Knuffmann und andere Einzelhändler ihre Geschäfte schließen."

In der Sondersitzung am Donnerstag werden außer dem Interessenten Segmüller auch die Mönchengladbacher Schaffrath-Gruppe und der Berliner Investor Krieger (Möbel Höffner) ihre Konzepte vorstellen. Die SPD hat bereits angekündigt, gegen ein neues Möbelhaus am Rheinpark-Center stimmen zu wollen. CDU und FDP tendieren in die Richtung, am Donnerstag nicht abschließend zu entscheiden.

(-nau)