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Die Grünen in Neuss trauern um Heinz Monitor

Kommunalpolitiker aus Neuss : Die Grünen trauern um einen Pionier grüner Ratsarbeit

Noch seine Todesanzeige war ein Bekenntnis zu seiner Heimat Ostpreußen, doch bekannt hat sich Heinz Monitor mindestens ebenso deutlich zur Partei „Die Grünen“ für die er gerade in den Anfangsjahren eminent wichtig war.

Susanne Benary und Uwe Welsink als Vorsitzende sprechen deshalb in einem Nachruf auf Monitor vom Verlust einer großen Persönlichkeit. Monitor starb am 7. März im Alter von 88 Jahren, seine Beisetzung soll im engsten Familienkreis erfolgen.

Als 1980 der Kreisverband der Partei „Die Grünen“ gegründet wurde, hatte Monitor noch nicht zu dieser Partei gefunden, an deren Wiege Gruppen der Ökologie- und Friedensbewegung standen. Gruppen, in denen sich Monitor gemeinsam mit seiner Ehefrau Anneliese engagierte. Erst die politische Wende im Herbst 1982, als die von Helmut Schmidt geführte sozialliberale Koalition in Bonn zerbrach und Helmut Kohl (CDU) mit Hilfe der FDP Bundeskanzler wurde, war für Monitor der letzten Impuls, sich einer Partei anzuschließen. Für den Grünen-Stadtverband, der am 30. Juni 1983 ins Leben gerufen wurde, kandidierte er 1984 für den Stadtrat. Die Partei errang (für die „Etablierten“) überraschende 9,2 Prozent der Stimmen und fünf Sitze im Rat. Auf einem nahm Monitor Platz. Er war der Älteste in dieser Truppe, die er von 1987 bis 1989 als Fraktionsvorsitzender führte. Sie profitierte davon, dass Monitor als Beamter – zuletzt im Landes-Wirtschaftsministerium – viel Verwaltungserfahrung mitbrachte und die Fraktion in der Anfangszeit als Allrounder stützte. Aufgrund des damals noch geltenden Rotationsprinzips blieb Monitor nur eine Amtszeit lang im Rat, der Fraktion aber darüber hinaus lange als sachkundiger Bürger verbunden. Er habe dazu beigetragen sagen auch Weggefährten der ersten Stunde wie Erhard Demmer, Monika Jordan, Hannelore Nellen oder der langjährige Stadtverbandssprecher Marius Stark, „dass unsere politischen Positionen und Ideen seriös und glaubhaft dargestellt wurden“. Das hielt Monitor nicht davon ab, im Scherz – weil sich die CDU bei der Wahl eines Stadtdirektors uneinig zeigte – Otto Schily für dieses Amt vorzuschlagen. Zu dem, was auf Dauer mit dem Namen Heinz Monitor verbunden bleiben wird, gehören die von ihm angeregte Verbraucherzentrale und die Ehrentafeln für die Widerstandskämpfer.

(-nau)