Die Epanchoir-Rekonstruktion in Neuss kostete 1,2 Millionen Euro

Epanchoir-Rekonstruktion in Neuss : Projektende nach 10 Jahren und 1,2 Millionen Euro

Obwohl er in den vergangenen Jahren bereits mehr als 1500 Besucher an das Epanchoir geführt hat, ist das Gesamtensemble der Rekonstruktion erst jetzt fertig.

Darüber freut sich Klaus Karl Kaster (77) vom Förderverein, dessen langjähriges Engagement nun ein erfolgreiches Projektende findet: Unmittelbar neben dem Funktionsmodell lesen Passanten jetzt auf einer Stele aus Eifeler-Basalt die Erläuterung zu der historisch-herausragenden Technik des Wasserkreuzungsbauwerks aus napoleonischer Zeit an der Nordkanalallee, Ecke Selikumer Straße – dort, wo sich Nordkanal und Obererft queren.Mit Blick auf Text und Grafik der Tafel auf der Stele kann sich der Interessierte durch Drehen einer kleinen Kurbel am Funktionsmodell in einfacher und anschaulicher Form die technisch-mechanische Handhabung der Wasserführung am restaurierten Epanchoir vorstellen. Für Kaster und seine Freunde ein Grund zur Freude. Mit diesem Schluss-Stein wird ein Punkt unter die Restaurierungsarbeiten und die umfassende Präsentation des Epanchoir gesetzt, das durch Info-Point und Funktionsmodell erfahrbar wird. „Neuss ist um eine Sehenswürdigkeit reicher“, sagt Kaster, der sich über viel Zustimmung aus der Neusser Bevölkerung freut und gleichzeitig hofft, dass die Vermarktung dieser Attraktion durch Institutionen wie Neuss Markting & Co. nun verstärkt anläuft: „Vor allen unsere französischen Freunde finden dieses einzigartige Bauwerk aus napoleonischer Zeit spannend – sie müssen nur erfahren, dass es so etwas in Neuss zu sehen gibt.“Klaus Karl Kaster gibt dem Epanchoir-Projekt sein Gesicht. Er wollte von Anfang an nicht nur „Steine polieren“, sondern eine Geschichte erzählen und in das Bewusstsein der Gegenwart holen. Darum nahm er 2006 eine Anregung von Heimatfreund Otto Saarbourg auf, aus der Kaster ab 2009 – 200 Jahre nach Inbetriebnahme des Epanchoirs – ein Projekt machte. Zehn Jahre später sind mehr als 1,2 Millionen Euro geflossen, um die Rekonstruktion Realität werden zu lassen. Die Hälfte des Betrags hat der Förderverein an Spenden gesammelt beziehungsweise flossen als Zuwendungen aus Stiftungen. Die andere Hälfte steuerte die Stadt Neuss – unterstützt von den Stadtwerken – bei. Mit dem Schluss-Stein schließt der Förderverein aber seine Arbeit nicht ab. Das machte Vorsitzender Christoph Napp-Saarbourg auf der Jahreshauptversammlung deutlich. Er setzt sich nun für die Restaurierung der „Napoleon-Steine“ im Stadtgarten ein, die dort liegen, wo einmal die verschwundene Krur als Zufluss für den Nordkanal ihr Bett hatte.

(lue-)
Mehr von RP ONLINE