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Neuss: Die Christus-Gemeinde investiert in die Zukunft

Neuss : Die Christus-Gemeinde investiert in die Zukunft

Neues Gemeindezentrum an der Einsteinstraße, Kitas, Wohnungen –Vizepräsident der Landeskirche lobt: "Projekte mit Modellcharakter!"

Neues Gemeindezentrum an der Einsteinstraße, Kitas, Wohnungen —Vizepräsident der Landeskirche lobt: "Projekte mit Modellcharakter!"

Mehr als sieben Millionen Euro nimmt die evangelische Christuskirchengemeinde nach eigenen Angaben in die Hand, um an den drei Standorten Einsteinstraße, Martin-Luther-Haus und Grefrath wirklich Neues zu schaffen: Gemeindezentrum mit Glockenturm, drei Kitas und 17 Wohnungen. Bauboom statt Kirchenschließung, Aufbruch statt Rückzug. Wie geht das?

Antworten auf diese Frage suchte jetzt Johann Weusmann, seit einem Jahr Vizepräsident der Rheinischen Landeskirche. "Was ich hier sehe", zog der promovierte Jurist, Jahrgang 1964, nach seinem Besuch fast schon ungläubig sein Fazit, "ist einzigartig". Weusmann muss es wissen, denn er besucht derzeit alle 38 Kirchenkreise, die in der Landeskirche zusammengeschlossen sind: "Die Projekte der Neusser Christuskirchengemeinde haben für alle Modellcharakter."

Dabei ist die Neusser Gemeinde mit ihren 6700 Gläubigen im Westen der Stadt keineswegs reicher als andere. Gleichwohl sind die ehrgeizigen Projekte "durchfinanziert" wie es Finanzkirchmeister Klaus Gravenmann ausdrückt. Er muss es wissen, denn er ist ein Mann der Zahlen. Und der ehemalige Kämmerer der Stadt Neuss fügt hinzu: "Unternehmerisches, wirtschaftliches Denken sowie Kirche und Diakonie schließen sich nicht aus, sondern ersteres kann die solide Basis für zweiteres schaffen." Für Ilmo Pathe, Vorsitzender des Presbyteriums, ist der erfolgreiche Weg, den die Gemeinde einschlagen konnte, untrennbar mit zwei Namen verbunden: Neben Klaus Gravemann verdiene Baukirchenmeister Martin Görtzen Lob, Dank und Anerkennung: "Da haben wir zwei ausgewiesene Fachleute, die wollen, die können und die bereit sind, die erforderliche Zeit einzusetzen."

Das sichtbare Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen nimmt längst Formen an. Am Konrad-Adenauer-Ring wächst das neue Gemeindezentrum. Am ersten Adventwochenende soll das neue Zentrum eröffnet werden. Zum Komplex wird auch ein fünfgruppiger Kindergarten gehören und eine dreigeschossige Wohnanlage mit 17 altengerechten Einheiten. Das Gebäude, das heute die Kita beheimatet, wird abgerissen, um eine Freifläche für die neue Kita zu schaffen. Der neue Glockenturm ist 60 000 Euro teuer und wird durch Spenden finanziert. Die Gottesdienst-Besucher dürfen sich in der Bonhoefferkirche auf eine gute Orgel freuen. Die zieht von Erfttal, wo die Kirche geschlossen wurde, an die Einsteinstraße. "Wir haben die Orgel der Kirchengemeinde Neuss-Süd abgekauft", sagt Gravemann.

Während der Bauzeit finden die Gottesdienste samstags in der Markuskirche in Grefrath statt. Dieser Teil der alten Kirchengemeinde Büttgen fiel an die Christuskirche, die eine — zunächst befristete — Bestandsgarantie gab. Dort in Grefrath wurde die "Alte Penne" in eine zweigruppige Kita umgebaut, die von der Diakonie betrieben wird.

Die Zielsetzung der Christuskirchengemeinde umreißt Presbyteriumsvorsitzender Pathe gegenüber Weusmann so: "Wir wollen einen Aufbruch in den Kernkompetenzen. Seelsorge, gottesdienstliche Verkündigung und Bildung sehen wir als unsere zentralen Aufgaben."

(NGZ)